pneumokokken wie oft impfen
Die Pneumokokken‑Impfung ist keine „jährliche“ Impfung wie z.B. die Grippeimpfung – wie oft geimpft wird, hängt von Alter und Risiko ab.
Kurzantwort
- Säuglinge: 2–3 Impfungen im 1. Lebensjahr, je nach Schema.
- Gesunde Erwachsene: meist eine einmalige Impfung, teils mit späterer zusätzlicher Dosis, wenn früher ein anderer Impfstoff verwendet wurde.
- Personen mit Risikofaktoren: Auffrischungen ungefähr alle 6 Jahre mit bestimmten Impfstoffen, nach ärztlicher Entscheidung.
Für eine konkrete Empfehlung (z.B. „Wie oft soll ich mich impfen lassen?“) ist immer das Gespräch mit Hausarzt oder Kinderarzt nötig, weil Vorerkrankungen und bisherige Impfungen entscheidend sind.
1. Säuglinge und Kleinkinder
- Standardimpfung:
- 3 Dosen im Alter von etwa 2, 4 und 11–14 Monaten (Konjugatimpfstoff, z.B. PCV‑Impfstoffe).
* Frühgeborene erhalten eine zusätzliche Dosis (z.B. mit 2, 3, 4 und 11 Monaten).
- Nachholimpfung 12–24 Monate: 2 Dosen im Abstand von mindestens 8 Wochen, wenn vorher keine Pneumokokken‑Impfung erfolgt ist.
In der Regel sind darüber hinaus keine routinemäßigen Auffrischungen nur wegen des Alters im Kindesalter vorgesehen.
2. Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche
- Gesunde Kinder über 2 Jahre haben meist nur ein geringes Risiko für schwere Pneumokokken‑Erkrankungen, deshalb werden versäumte Impfungen im Normalfall nicht mehr standardmäßig nachgeholt.
- Kinder und Jugendliche mit bestimmten Grunderkrankungen (z.B. Immunschwäche, chronische Organerkrankungen) bekommen ein spezielles, sogenanntes sequentielles Schema:
- zuerst ein Konjugatimpfstoff (z.B. PCV13/PCV15),
- nach 6–12 Monaten ein Polysaccharidimpfstoff (z.B. PPSV23).
Hier kann aufgrund der begrenzten Wirkungsdauer des Polysaccharidimpfstoffs eine Wiederholung etwa alle 6 Jahre empfohlen werden.
3. Erwachsene ohne besondere Risiken
- Ab 60 Jahren wird in Deutschland eine Standardimpfung gegen Pneumokokken empfohlen.
- Für viele Erwachsene gilt inzwischen:
- Eine einmalige Dosis eines modernen 20‑valenten Konjugatimpfstoffs (PCV20) gilt im Regelfall als ausreichend für einen langfristigen Schutz.
- Wer früher den älteren Polysaccharidimpfstoff PPSV23 bekommen hat, soll im Abstand von mindestens 6 Jahren zusätzlich einmal PCV20 erhalten.
Ob danach weitere Impfungen nötig sind, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt individuell.
4. Erwachsene mit Risikofaktoren
Zu den Risikogruppen gehören z.B. Menschen mit:
- chronischen Herz‑ oder Lungenerkrankungen
- Diabetes
- chronischen Nierenerkrankungen
- Immunschwäche oder bestimmten anderen Grunderkrankungen
Für diese Gruppen gibt es:
- sequentielle Schemata (Kombi aus Konjugat‑ und Polysaccharidimpfstoff)
- bei Verwendung von PPSV23 eine Wiederholung in einem Mindestabstand von etwa 6 Jahren, weil die Schutzwirkung mit der Zeit nachlässt.
Genaues Schema: immer mit Facharzt oder Hausarzt abstimmen.
5. Woran du dich grob orientieren kannst
Ohne deinen genauen Impfstatus und eventuelle Erkrankungen lässt sich nur eine grobe Orientierung geben:
- Baby/Kleinkind: Impfung laut Kinder‑Impfplan (2, 4, 11 Monate; Frühgeborene mit Extradosis).
- Gesund, jünger als 60, ohne Risiko: meist keine Routine‑Impfung nötig, außer es wird individuell geraten (z.B. berufliche Exposition).
- Ab 60 oder mit Risikofaktoren: mindestens eine Impfung (häufig PCV20); wenn PPSV23 verwendet wurde, dann Auffrischung etwa alle 6 Jahre.
Wichtig: Impfempfehlungen werden regelmäßig aktualisiert (in Deutschland durch die STIKO). Wenn deine letzte Pneumokokken‑Impfung schon einige Jahre zurückliegt, lohnt sich ein kurzer Check beim Arzt, ob nach den aktuellen Empfehlungen noch eine weitere Dosis sinnvoll ist.
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