warum feiern orthodoxe weihnachten am 7.januar
Orthodoxe Christen feiern Weihnachten am 7. Januar, weil viele ihrer Kirchen bis heute den Julianischen Kalender verwenden, der aktuell 13 Tage hinter dem in Westeuropa üblichen Gregorianischen Kalender liegt. Der 25. Dezember nach julianischer Rechnung fällt daher im bürgerlichen (gregorianischen) Kalender auf den 7. Januar.
Kurz erklärt: Das Kalenderproblem
- Ursprünglich benutzten alle Kirchen den Julianischen Kalender, eingeführt von Julius Cäsar im 1. Jahrhundert v. Chr.
- Im 16. Jahrhundert stellte man fest, dass dieser Kalender astronomisch ungenau war; Papst Gregor XIII. führte deshalb 1582 den Gregorianischen Kalender ein, der das Sonnenjahr besser abbildet.
- Westliche, vor allem katholische und später viele evangelische Kirchen übernahmen diesen neuen Kalender, die meisten orthodoxen Kirchen aber nicht – sie blieben aus Traditionsgründen beim alten System.
Dadurch entstand die Verschiebung: 25. Dezember (julianisch) = 7. Januar (gregorianisch).
Warum halten manche Orthodoxe daran fest?
- Für viele orthodoxe Kirchen ist die Treue zur Tradition ein wichtiger geistlicher Wert; ein Wechsel des Kalenders würde sich wie ein Bruch mit der überlieferten Liturgie anfühlen.
- In einigen Ländern (z.B. Russland, Serbien, Teile Ägyptens/Copts) wird der 7. Januar außerdem als Teil der nationalen und kulturellen Identität gesehen.
Manchmal wird der 7. Januar auch „altes Weihnachten“ genannt, weil er auf dem „alten“ Kalender basiert.
Gibt es orthodoxe Weihnachten am 25. Dezember?
Nicht alle orthodoxen Christen feiern am 7. Januar:
- Einige orthodoxe Kirchen (z.B. in Griechenland, Rumänien, Bulgarien) haben einen reformierten Kalender angenommen und feiern Weihnachten am 25. Dezember wie der Westen.
- In der Ukraine etwa wurde politisch und kirchlich verstärkt auf den 25. Dezember umgestellt, auch wenn ein Teil der Gläubigen weiterhin den 7. Januar beibehält.
So kommt es, dass „orthodoxe Weihnachten“ je nach Land entweder am 25. Dezember oder am 7. Januar liegen können.
Typische Bräuche rund um den 7. Januar
- Viele orthodoxe Christen halten einen 40-tägigen Fastenzeitraum vor Weihnachten, oft ohne Fleisch, manchmal auch ohne Milchprodukte.
- Am 6. Januar (Heiligabend nach Julianischem Kalender) gibt es lange Gottesdienste, danach ein festliches Essen, das die Fastenzeit beendet.
- Regionale Traditionen: z.B. „Badnjak“ (Eichenholz/Yule-Log) in Serbien oder besondere Weihnachtsbrote mit Münzen für Glück im neuen Jahr.
Aktuelle Entwicklungen und „latest news“
- In mehreren ehemals stark russisch geprägten Ländern, besonders in der Ukraine, wird der Wechsel auf den 25. Dezember auch als politisches Signal der Distanzierung von Moskau gesehen.
- Gleichzeitig halten Kirchen wie die russisch-orthodoxe Kirche bewusst am 7. Januar fest und betonen damit ihre Kontinuität mit der alten Tradition.
Kurz-TL;DR:
Orthodoxe Weihnachten am 7. Januar gibt es, weil viele orthodoxe Kirchen noch
den Julianischen Kalender verwenden; deren 25. Dezember liegt heute 13 Tage
„versetzt“ und fällt darum im weltlichen Kalender auf den 7. Januar.
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