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warum ist der silberpreis gefallen

Der jüngste Einbruch beim Silberpreis hängt vor allem mit einer Mischung aus Spekulation, Geldpolitik und Technik am Markt zusammen.

Kurzantwort: Warum ist der Silberpreis gefallen?

  • Nach einem extrem starken Anstieg war Silber überkauft ; viele Anleger haben Gewinne mitgenommen (Profit‑Taking), als erste Kurse fielen.
  • Gestiegene Marginanforderungen an den Terminbörsen zwangen spekulative Trader, Positionen zu liquidieren, was den Absturz beschleunigt hat.
  • Ein stärkerer US‑Dollar und veränderte Erwartungen an die US‑Geldpolitik – inkl. der Nominierung von Kevin Warsh als neuem Fed‑Chef – haben die Attraktivität von Silber als zinsloses „sicheres“ Asset verringert.
  • Technische Verkaufssignale (hoher RSI, Bruch wichtiger gleitender Durchschnitte) haben weitere automatische Verkäufe und Stop‑Loss‑Lawinen ausgelöst.

Was ist konkret passiert?

  • Silber ist nach Rekordständen (teils über 100–120 USD pro Unze) in kurzer Zeit zweistellig Prozent eingebrochen; an einzelnen Tagen ging es mehr als 20% abwärts.
  • Am 5. Februar 2026 lag der Preis laut Terminmarkt‑Daten rund 23–24% unter dem Vortag und dennoch noch deutlich über dem Niveau vor einem Jahr.
  • Auch Silber‑ETFs, vor allem gehebelte Produkte, verzeichneten historische Tagesverluste von bis zu 60%.

Diese Dynamik deutet mehr auf einen Positions‑Schock als auf einen plötzlichen Zusammenbruch der fundamentalen Nachfrage hin.

Die wichtigsten Gründe im Detail

1. Gewinnmitnahmen nach Rekordrally

  • Silber war zuvor massiv gestiegen, getrieben von Fantasie um Industrienachfrage (Solar, E‑Autos, Elektronik, KI) und spekulative Käufe, besonders in China.
  • Viele Fonds hatten ihre Long‑Positionen in den Wochen vor dem Crash schon reduziert – ein Zeichen, dass „Geld vom Tisch“ genommen wurde.
  • Als der Kurs dann das erste Mal stärker nachgab, wurde aus normalen Gewinnmitnahmen eine Verkaufswelle , weil weitere Marktteilnehmer nicht „zu spät“ aussteigen wollten.

2. Margin‑Erhöhungen und Zwangsverkäufe

  • Die Terminbörse CME erhöhte die Sicherheiten (Margins) für Silber‑Kontrakte deutlich, z.B. auf etwa 25.000 USD pro Kontrakt.
  • Trader mit hohem Hebel mussten entweder Geld nachschießen oder Positionen schließen; kleinere Marktteilnehmer konnten das oft nicht und wurden zur Liquidation gezwungen.
  • Solche Margin Calls schaffen eine Kettenreaktion: sinkende Kurse erzwingen weitere Verkäufe, die Kurse noch tiefer drücken.

3. Stärkerer US‑Dollar und Fed‑Erwartungen

  • Silber wird weltweit in US‑Dollar gehandelt; ein stärkerer Dollar macht Silber für Käufer in anderen Währungen teurer und dämpft die Nachfrage.
  • Die Aussicht auf eine straffere oder zumindest weniger lockere US‑Geldpolitik – u.a. durch die Nominierung Kevin Warshs zum nächsten Fed‑Chair durch Präsident Donald Trump – hat den Dollar sprunghaft ansteigen lassen.
  • Höhere oder weniger stark sinkende Zinsen sind für zinslose Anlagen wie Silber negativ, weil sichere Anleihen dann relativ attraktiver erscheinen.

4. Technische Faktoren und Algorithmen

  • Indikatoren wie der Relative‑Strength‑Index (RSI) signalisierten eine extrem überkaufte Marktsituation, teilweise mit Werten deutlich über 70–80.
  • Als wichtige gleitende Durchschnitte und Chartmarken nach unten gebrochen wurden, lösten automatisierte Handelsstrategien zusätzliche Verkaufsorders aus.
  • So wurde aus einem normalen Rücksetzer ein „Flash‑Crash“‑ähnlicher Zug nach unten, den man in Rohstoffmärkten immer wieder sieht.

Spielen die Fundamentaldaten überhaupt noch eine Rolle?

  • Mittel‑ bis langfristig bleiben die Treiber wie Nachfrage durch Solarindustrie, Elektromobilität und Elektronik intakt; diese Argumente hatten die Rally zuvor mit befeuert.
  • Kurzfristig dominieren aber Positionierung und Liquidität – also wie stark Anleger investiert sind und wie sensibel sie auf Nachrichten reagieren.
  • Viele Analysten sehen den Crash eher als Korrektur einer Übertreibung und nicht als Zeichen dafür, dass Silber fundamental plötzlich „wertlos“ wäre.

Was bedeutet das für Anleger?

Keine Anlageberatung, aber typische Überlegungen, die in Marktkommentaren genannt werden:

  1. Risiko verstehen
    • Wer Silber über Hebelprodukte oder Futures hält, ist stark von Margin‑Anforderungen und Volatilität abhängig.
 * Selbst große ETFs können an solchen Tagen außergewöhnliche Verluste erleiden.
  1. Volatilität einkalkulieren
    • Silber gilt traditionell als volatiler als Gold; starke Ausschläge nach oben wie nach unten sind eher die Regel als die Ausnahme.
  1. Zeithorizont prüfen
    • Kurzfristig können Spekulation und Politik den Kurs dominieren.
    • Langfristige Investoren schauen eher auf Industrienachfrage, Minenangebot und Energie‑/Klimatrends.

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