was bedeutet gendern
Gendern bedeutet, Sprache so zu verwenden, dass nicht nur Männer, sondern Menschen aller Geschlechter ausdrücklich mitgemeint und sichtbar sind. Ziel ist eine möglichst geschlechtergerechte bzw. geschlechtersensible Sprache, statt nur die männliche Form (generisches Maskulinum) zu benutzen.
Kurz erklärt: Was bedeutet Gendern?
- Gendern heißt, Texte so zu formulieren, dass Frauen, Männer und nicht-binäre Personen sprachlich vorkommen, statt nur „Studenten“, „Ärzte“ usw. zu schreiben.
- Dahinter steckt die Idee, dass Sprache beeinflusst, wen wir innerlich „mitdenken“ – wer nicht genannt wird, gerät leicht aus dem Blick.
- Oft geht es um gerechtere Formulierungen in Verwaltung, Wissenschaft, Medien und Alltag, etwa in Stellenausschreibungen oder Formularen.
Ein Alltagsbeispiel: Statt „Die Studenten müssen den Antrag abgeben“ kann man sagen „Die Studierenden müssen den Antrag abgeben“ – damit sind alle eingeschlossen.
Typische Formen des Genderns
Es gibt verschiedene Schreibweisen, die du sicher schon gesehen hast.
- Doppelnennung: „Studenten und Studentinnen“ (binär, Frauen und Männer werden genannt).
- Binnen-I: „StudentInnen“.
- Schrägstrich: „Student/-innen“.
- Genderstern: „Student*innen“.
- Doppelpunkt: „Student:innen“.
- Unterstrich (Gender Gap): „Student_innen“.
- Neutrale Formen: „Studierende“, „Lehrkräfte“, „Team“ statt „Studenten“, „Lehrer“, „Mitarbeiter“.
Viele Leitfäden empfehlen, wann immer möglich neutrale Begriffe zu nutzen, weil sie meist gut lesbar sind und keine Sonderzeichen brauchen.
Warum wird überhaupt gegendert?
Befürworterinnen und Befürworter nennen mehrere Gründe.
- Sichtbarkeit: Frauen und nicht-binäre Menschen werden ausdrücklich erwähnt, statt „mitgemeint“ zu sein.
- Gleichstellung: Sprache soll gesellschaftliche Gleichberechtigung unterstützen, nicht veraltete Rollenbilder zementieren.
- Inklusion: Besonders in Schule, Uni, Verwaltung und Beruf sollen sich alle angesprochen fühlen, z.B. in Stellenausschreibungen.
Eine verbreitete Definition: Gendern ist ein sprachliches Verfahren, um Gleichberechtigung und faire Behandlung der Geschlechter im Sprachgebrauch zu erreichen.
Kritik und Diskussion
Gendern ist seit Jahren ein umstrittenes Thema, gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Häufige Kritikpunkte sind:
- Lesbarkeit: Texte mit Sternchen, Doppelpunkten oder Unterstrichen seien schwerer lesbar und stören den Lesefluss.
- „Zuviel Fokus auf Geschlecht“: Einige finden, Gendern rücke Geschlecht zu stark in den Vordergrund.
- Norm und Regeln: Nicht alle Schreibweisen sind im amtlichen Regelwerk der Rechtschreibung verankert; viele Institutionen erarbeiten eigene Leitfäden.
Befürworter entgegnen, dass man mit durchdachtem, oft neutralem Formulieren viele Lesbarkeitsprobleme vermeiden kann und Sprache sich ohnehin ständig verändert.
Gendern heute: Praxis und Trends
In den letzten Jahren haben viele Unis, Städte und Unternehmen Richtlinien für geschlechtergerechte Sprache eingeführt oder überarbeitet. Online sieht man besonders oft Sternchen, Doppelpunkt oder neutrale Formen, während Behörden häufiger auf neutrale Begriffe, Paarformen oder das generische Maskulinum mit Zusatz hinweisen.
Eine typische Entwicklung:
- Generisches Maskulinum („Studenten“) wird hinterfragt.
- Paarformen („Studenten und Studentinnen“) setzen sich in formellen Texten durch.
- Kürzere, inklusivere Varianten mit Sonderzeichen oder neutralen Wörtern verbreiten sich, besonders in Medien, Social Media und Hochschulen.
TL;DR:
Gendern bedeutet, Sprache so zu gestalten, dass alle Geschlechter angesprochen
und sichtbar sind – mit Formen wie „Student*innen“ oder neutralen Wörtern wie
„Studierende“ – und ist ein viel diskutierter Baustein in der Debatte um
Gleichstellung und Inklusion.
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