was darf man am chinesischen neujahr nicht machen
Am chinesischen Neujahr (bzw. während des gesamten Frühlingsfestes) gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die man aus Sicht traditioneller chinesischer Aberglauben lieber nicht tun sollte.
Kurzüberblick: Was man vermeiden sollte
Typische Tabus rund um „was darf man am chinesischen Neujahr nicht machen“ sind:
- Keine negativen oder unheilvollen Wörter sagen (z.B. Tod, Krankheit, Armut, „Pech“, „Pleite“).
- Nichts zerbrechen (Teller, Schüsseln, Gläser, Spiegel).
- Nicht streiten, schimpfen oder Kinder anschreien.
- Kein Geld leihen oder Schulden eintreiben.
- Keine Haare schneiden (vor allem um Neujahr herum).
- Möglichst keine Messer, Scheren, Nadeln benutzen.
- Am ersten Tag nicht putzen, wischen oder Müll rausbringen.
- Nicht krankmelden „aus Bequemlichkeit“ – ein Arztbesuch am ersten Tag gilt als schlechtes Omen.
- Keine rein schwarzen oder weißen, alten oder „zerrissenen“ Kleider tragen.
- Keine „ungünstigen“ Geschenke machen (z.B. Uhren, Messer, Scheren, Regenschirme).
Im Detail ist manches je nach Region/Familie unterschiedlich – deshalb nehmen viele das eher als freundliche Leitlinie, nicht als starre Verbote.
Sprache & Stimmung: Was du nicht sagen/solltest
Die Idee: Was man zu Jahresanfang sagt, „ färbt“ symbolisch das ganze Jahr.
- Keine Worte wie „Tod“, „Krankheit“, „Pech“, „Arm“, „Verlust“, „kaputt“ benutzen.
- Nicht fluchen, lästern oder andere beleidigen.
- Möglichst nicht jammern („Dieses Jahr wird bestimmt schlimm“, „Ich hab nie Glück“).
Stattdessen wünschen viele ganz bewusst:
- Glück, Reichtum, Gesundheit, Erfolg, Harmonie
- Klassische Neujahrsgrüße wie „Gong Xi Fa Cai“ bzw. auf Mandarin „新年快乐“ usw.
Haushalt & Körperpflege: Putzen, Waschen, Haare
Die Symbolik hier: Alles, was „weggekehrt“, „abgeschnitten“ oder „weggespült“ wird, könnte auch das frisch gekommene Glück entfernen.
Am (oder rund um den) ersten Tag gilt daher oft:
- Nicht kehren, nicht wischen, Müll möglichst nicht rausbringen.
- Haare nicht waschen oder schneiden (manche Familien vermeiden auch Nägel schneiden).
- Keine großen Aufräum-Aktionen starten – deshalb wird vorher gründlich geputzt.
In vielen Haushalten gibt es feste Regeln, ab welchem Tag nach Neujahr wieder normal geputzt werden „darf“ – das kann lokal variieren.
Gesundheit, Weinen & Streit
Zum Jahresanfang möchte man ein Bild von Harmonie, Gesundheit und guter Laune zeichnen.
- Möglichst nicht am ersten Tag ins Krankenhaus gehen oder Medikamente nehmen (soweit es nicht ernst ist) – es könnte „chronische“ Probleme für das Jahr symbolisieren.
- Kinder sollten nicht weinen oder angeschrien werden; heftiges Schimpfen gilt als schlechtes Omen für das ganze Jahr.
- Größere Konflikte, Beziehungskrisen oder „Drama“ versucht man auf später zu verschieben.
Natürlich gilt: Gesundheit geht vor Aberglauben – bei echten Problemen wird selbstverständlich ein Arzt aufgesucht.
Geld, Schulden & Arbeiten
Geldfluss am Anfang des Jahres steht symbolisch für den finanziellen Verlauf.
- Kein Geld leihen und keine Schulden eintreiben – sonst „verschenkt“ man sein Glück oder provoziert Geldsorgen.
- Keine Bettel- oder Drucksituationen („Zahl endlich!“) am Neujahrstag.
- In manchen Traditionen soll man andere nicht zu früh aus dem Bett reißen, damit sie nicht das ganze Jahr „abgehetzt“ arbeiten müssen.
Geschäftlich schauen manche Unternehmen darauf, wie der erste Arbeitstag nach dem Fest verläuft, und planen bewusst einen harmonischen Start.
Messer, Scheren, Nadeln & Dinge zerbrechen
Scharfe Gegenstände stehen für Trennungen und Verletzungen.
- Möglichst keine Scheren, Messer, Nadeln benutzen – sie könnten Beziehungen „zerschneiden“ oder symbolisch Blut und Unglück bringen.
- Nichts zerbrechen (Teller, Schüsseln, Gläser, Spiegel). Wenn doch etwas zerbricht, wird es oft in rotes Papier gewickelt und man sagt Glückwünsche wie „岁岁平安 (Suì Suì Píng Ān)“ – „Mögest du Jahr für Jahr in Frieden leben“.
Daran sieht man gut, wie stark Wortspiele und Symbole eine Rolle spielen.
Kleidung, Essen & Geschenke: Was lieber nicht
Auch Kleidung, Essen und Geschenke haben symbolische Bedeutungen.
Kleidung
- Kein komplett schwarzes oder weißes Outfit, da diese Farben traditionell mit Trauer und Beerdigungen verbunden sind.
- Keine alten, zerrissenen oder schmutzigen Sachen – das würde für ein „armseliges“ Jahr stehen.
- Beliebt: Rot, Gold, neue Kleidung als Symbol für einen frischen, glücklichen Start.
Essen
- In manchen Traditionen: Am ersten Tag kein dünner Reisbrei (Congee), weil er früher als „Arme-Leute-Essen“ galt.
- Viele achten darauf, keinen Fisch komplett aufzuessen, damit „Reste“ als Symbol für Überfluss bleiben.
Geschenke
Einige Dinge gelten als unpassend, etwa:
- Uhren (klingt auf Chinesisch wie „Beerdigung begleiten“).
- Messer, Scheren, andere scharfe Gegenstände (symbolisieren Trennung).
- Manche vermeiden Regenschirme, Birnen oder die Zahl 4 (wegen unglücklicher Wortspiele).
Wichtig: Moderne Sicht & Unterschiede
- Nicht jede Familie nimmt das gleich ernst – manche sehen es eher spielerisch, andere sehr streng.
- In der Diaspora (z.B. chinesische Communities in Europa) werden oft eine Auswahl der Bräuche gepflegt, angepasst an Alltag und Job.
- Viele junge Leute kombinieren Tradition und modernes Leben: Sie respektieren die Tabus, ohne sich komplett einschränken zu lassen.
Wenn du eingeladen bist, reicht es in der Praxis meistens, die wichtigsten Punkte zu beachten: freundlich sein, keine negativen Sprüche, keine unpassenden Geschenke, ordentlich gekleidet erscheinen – der Rest wird dir meist vor Ort erklärt.
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