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was ist das christkind

Das Christkind ist eine Symbolfigur des Weihnachtsfestes, die in vielen deutschsprachigen Regionen als unsichtbare Gabenbringerin an Heiligabend gilt und traditionell die Weihnachtsgeschenke bringt. Es geht dabei sowohl um eine kindgerechte Figur als auch um die Erinnerung daran, dass Weihnachten ursprünglich die Geburt Jesu („Christuskind“) feiert.

Ursprung und Bedeutung

  • Der Name „Christkind“ bedeutet wörtlich „Christuskind“ und verweist direkt auf Jesus Christus.
  • In der Reformationszeit führte Martin Luther das Christkind als neue Gabenfigur ein, um den Fokus vom heiligen Nikolaus stärker auf Christus und die Geburt Jesu zu lenken.
  • In Volksfrömmigkeit und Brauchtum wurde das Christkind mit der Zeit von der klaren Jesus-Darstellung zu einer eigenständigen, engelhaften Symbolfigur.

Wie sieht das Christkind aus?

  • Heute wird das Christkind oft als engelsähnliche Gestalt mit hellem oder blondem Haar, weißem Gewand und goldenen Verzierungen dargestellt.
  • In Weihnachtsumzügen und besonders auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt spielt meistens ein junges Mädchen in einem langen weißen Kleid mit Krone oder Stern diese Rolle.
  • In theologischer Deutung kann das Christkind zugleich als Engelgestalt und als Verkörperung des neugeborenen Jesus verstanden werden.

Rolle an Weihnachten

  • In vielen Regionen Deutschlands, Österreichs und Teilen der Schweiz gilt das Christkind (und nicht der Weihnachtsmann) als die Figur, die am Heiligabend heimlich die Geschenke bringt.
  • Kinder schreiben Wunschzettel „an das Christkind“ und hängen sie z.B. ans Fenster oder legen sie auf die Fensterbank, wo das Christkind sie „abholt“.
  • Die Ankunft des Christkinds wird oft symbolisch durch ein Glöckchen signalisiert: Vorher dürfen Kinder den Weihnachtsbaum nicht sehen, danach sind Baum und Geschenke „plötzlich“ da.

Christkind, Nikolaus und Weihnachtsmann

  • Historisch löste das Christkind in manchen Gegenden den heiligen Nikolaus als Gabenbringer ab, ist also jünger als der Nikolaus, aber älter als die moderne Figur des Weihnachtsmanns.
  • Der Weihnachtsmann wurde vor allem durch angloamerikanische Traditionen und Werbung (z.B. 20. Jahrhundert) populär, während das Christkind vor allem in Süd- und Westdeutschland sowie Österreich stark verankert blieb.
  • In vielen Familien existieren heute Mischformen: Manche feiern mit Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann gleichzeitig, je nach Region und Familiengeschichte.

Unterschiedliche Deutungen heute

  • In religiöser Sicht erinnert das Christkind an die Geburt Jesu und steht für Frieden, Hoffnung und göttliche Nähe.
  • In kultureller Sicht ist es eine liebevolle, regionale Weihnachtstradition, die auf Märkten, in Krippenspielen und Brauchtumsveranstaltungen präsent ist.
  • In moderner Populärkultur wird es teils auch unabhängig vom konkreten Glauben verstanden: als poetische, kindgerechte Figur, die das „Zauberhafte“ an Weihnachten verkörpert.

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