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was ist das mercosur abkommen

Das Mercosur-Abkommen ist ein regionales Wirtschafts- und Handelsabkommen in Südamerika, mit dem die beteiligten Staaten einen gemeinsamen Markt und eine Zollunion aufbauen wollen. Häufig ist heute auch das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und Mercosur gemeint, das Zölle senken und den Handel stark ausweiten soll.

Was ist Mercosur?

  • Mercosur steht für „Mercado Común del Sur“ – „Gemeinsamer Markt des Südens“.
  • Gegründet wurde der Zusammenschluss 1991 mit dem Vertrag von Asunción von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay; später kam u. a. Venezuela dazu, dessen Mitgliedschaft seit 2016 suspendiert ist.
  • Ziele sind u. a.:
    • Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen
    • ein gemeinsamer Außenzoll und eine Zollunion
    • Koordinierung der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten.

Kernpunkte des EU‑Mercosur‑Abkommens

Wenn heute über „das Mercosur-Abkommen“ in den Nachrichten gesprochen wird, geht es oft um das große Assoziierungs‑ und Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten.

Wichtige Elemente sind:

  • Schrittweiser Abbau bzw. starke Senkung von Zöllen auf Industrie‑, Agrar‑ und Dienstleistungsprodukte zwischen EU und Mercosur.
  • Öffnung von Märkten für europäische Autos, Maschinen, Chemieprodukte und Dienstleistungen; umgekehrt mehr Zugang für südamerikanische Agrarprodukte wie Rindfleisch, Geflügel, Zucker oder Ethanol.
  • Politische und kooperative Teile (Partnerschaft, Demokratieförderung, Nachhaltigkeit, Forschung, Umwelt‑ und Klimaschutz) ergänzen den Handelsteil.

Warum ist das ein Streitthema?

Rund um „was ist das Mercosur-Abkommen“ drehen sich aktuelle Debatten vor allem um Chancen und Risiken: Befürworter betonen:

  • Mehr Handel und Investitionen, vor allem für Industrie und Exportwirtschaft in EU und Mercosur.
  • Günstigere Preise für Konsumenten durch niedrigere Zölle und größere Produktvielfalt.
  • Strategische Partnerschaft: engere politische Zusammenarbeit mit Südamerika, weniger Abhängigkeit von anderen Weltregionen.

Kritiker warnen vor:

  • Mehr Agrarimporten aus Südamerika und Wettbewerbsdruck für europäische Bauern, insbesondere bei Fleisch und anderen sensiblen Produkten.
  • Gefahr für Umwelt und Klima, etwa durch mögliche Ausweitung der Viehzucht und Abholzung (z. B. Amazonas), wenn Produktionsanreize steigen.
  • Unterschiedliche Produktions‑ und Kontrollstandards; NGOs und Teile der Landwirtschaft fürchten niedrigere Standards „durch die Hintertür“, auch wenn importierte Produkte formell EU‑Regeln einhalten müssen.

Aktueller Stand und politische Lage

  • An dem EU‑Mercosur‑Abkommen wird seit Ende der 1990er-Jahre gearbeitet; eine politische Grundverständigung wurde 2019 erzielt.
  • In den letzten Jahren gab es immer wieder Blockaden und Nachverhandlungen, etwa wegen Umweltauflagen, Schutzklauseln und der Kritik von Bauernverbänden und Umweltorganisationen.
  • Damit das Abkommen vollständig in Kraft treten kann, braucht es in der Regel die Zustimmung der EU‑Institutionen und der nationalen Parlamente aller EU‑Mitgliedstaaten; genau darüber laufen derzeit intensive Diskussionen.

Kurz gesagt

  • Mercosur selbst ist eine südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft mit dem Ziel eines gemeinsamen Marktes und freiem Handel innerhalb der Region.
  • Wenn von „dem Mercosur-Abkommen“ die Rede ist, geht es heute meist um das große, umstrittene Handels‑ und Partnerschaftsabkommen zwischen EU und Mercosur, das Handel erleichtern, aber auch starke wirtschaftliche und ökologische Folgen haben könnte.

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