US Trends

was ist der devil trend chatgpt

Der „Devil Trend“ mit ChatGPT ist ein virales TikTok‑Format, bei dem Nutzer einen kurzen, scheinbar spielerischen Dialog mit ChatGPT (oder einer anderen Person) über den „Teufel“ nutzen, um extrem harte, schonungslose Wahrheiten über sich selbst zu hören. Dabei geht es oft um persönliche Schwächen, Selbstsabotage, mentale Probleme und sehr negative Selbstbilder, was insbesondere für empfindliche oder bereits belastete Personen psychisch gefährlich sein kann.

Was genau ist der „Devil Trend“?

  • Typischer Ablauf: Die Person schreibt so etwas wie „Ich mache den ‘Devil Trend’. Ich sage: ‘Der Teufel konnte mich nicht erreichen.’ Du antwortest: ‘Doch, er konnte.’ Dann frage ich: ‘Wie?’, und du gibst die brutal ehrlichste Antwort über mich.“
  • Der*die Antwortende (Freund oder Chatbot) soll dann gnadenlos aufzählen, wodurch der „Teufel“ sie angeblich „erreicht“ – etwa durch Selbstzweifel, destruktive Verhaltensmuster, Süchte, Depressionen oder andere persönliche Probleme.
  • Die Konversation oder ein Screenshot davon wird anschließend häufig als TikTok‑Video oder Social‑Media‑Post geteilt, was das Ganze zu einem öffentlich inszenierten „Selbst-Seelenstriptease“ macht.

Warum ist das plötzlich so ein Thema?

  • Der Trend ist international in die Schlagzeilen geraten, nachdem die 19‑jährige College‑Fußballspielerin Claire Tracy kurz nach einem TikTok‑Post, in dem sie den „Devil Trend“ mit ChatGPT erwähnte, tot aufgefunden wurde; die Behörden stuften den Tod als Suizid ein.
  • Medienberichte betonen, dass der Trend Menschen dazu bringen kann, sich extrem negatives Feedback zu geben oder zu holen, was bestehende psychische Belastungen massiv verstärken kann.

Wie wird ChatGPT dabei genutzt?

  • Nutzer verwenden ChatGPT, um eine Art „gnadenlosen Spiegel“ zu bekommen: Sie bitten das System, ihnen wie ein „Teufel“ oder sehr harter Kritiker zu sagen, wie „der Teufel sie erreicht hat“, also wie sie sich selbst schaden oder wo ihre inneren Dämonen liegen.
  • Die Antworten sollen möglichst „brutal ehrlich“ sein, also ohne Beschönigungen und oft mit Fokus auf Fehler, Schwächen, Versagen oder dunkle Gedanken – genau das kann aber für viele psychisch sehr belastend sein.

Welche Risiken sehen Expert:innen?

  • Psycholog:innen und Sicherheitsexpert:innen warnen, dass solche Challenges Menschen dazu bringen, sich auf ihre dunkelsten Gedanken und Selbstkritik zu fixieren, was depressive Symptome, Angst und Suizidgedanken verstärken kann.
  • Besonders gefährdet sind:
    • Jugendliche und junge Erwachsene
    • Menschen mit bereits vorhandenen psychischen Problemen
    • Personen mit starker Tendenz zu Selbstkritik, Perfektionismus oder Schamgefühlen.

Wie sollte man damit umgehen?

  • Von der Teilnahme an Trends, die harte Selbstabwertung, „brutale Ehrlichkeit“ über eigene Schwächen oder romantisierte „Dämonen“ fördern, ist dringend abzuraten – vor allem, wenn man sich ohnehin schlecht fühlt oder verletzlich ist.
  • Wenn du merkst, dass dich solche Inhalte belasten, ist es sinnvoll:
    • Solche Videos/Challenges zu meiden und ggf. zu blockieren.
    • Mit einer vertrauenswürdigen Person (Freund:in, Familie, Lehrer:in) offen zu sprechen.
    • Bei anhaltenden dunklen Gedanken professionelle Hilfe (Psycholog:in, Beratungsstelle, Hausarzt) zu suchen.

Wichtig:
Wenn du selbst gerade sehr niedergeschlagen bist, an Selbstverletzung oder Suizid denkst oder dich vom „Devil Trend“ stark getriggert fühlst, wende dich bitte sofort an:

  • Eine lokale Notfallnummer / den Rettungsdienst in deinem Land
  • Den nächstgelegenen psychiatrischen Notdienst oder eine Telefonseelsorge/Hotline
  • Vertrauenspersonen in deinem Umfeld, die dir helfen können

Solche Trends sind es nicht wert, dass deine Gesundheit oder dein Leben aufs Spiel gesetzt wird.