was ist metformin
Metformin ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Typ‑2‑Diabetes, das den Blutzucker senkt, ohne selbst Insulin zu sein.
Was ist Metformin?
- Metformin gehört zur Wirkstoffgruppe der Biguanide und wird vor allem bei Typ‑2‑Diabetes eingesetzt, besonders wenn Übergewicht besteht.
- Es ist eines der am längsten verwendeten und am häufigsten verschriebenen oralen Antidiabetika weltweit.
- In Leitlinien gilt es meist als Medikament der ersten Wahl, wenn Ernährung und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend senken.
Wie wirkt Metformin im Körper?
- In der Leber: Metformin hemmt die Neubildung von Glukose (Gluconeogenese), sodass weniger Zucker ins Blut abgegeben wird.
- Im Darm: Es verringert die Aufnahme von Glukose aus der Nahrung, der Blutzucker steigt nach dem Essen weniger stark an.
- In Muskeln und Fettgewebe: Es verbessert die Insulinempfindlichkeit, sodass Zellen Glukose besser aus dem Blut aufnehmen können.
- Ein wichtiger Punkt: Metformin regt nicht direkt die Insulinproduktion an und verursacht allein eingenommen in der Regel keine Unterzuckerungen (Hypoglykämien).
Wofür wird Metformin eingesetzt?
- Behandlung von Typ‑2‑Diabetes, wenn Diät und Bewegung nicht ausreichen.
- Häufig erste Wahl bei übergewichtigen Patientinnen und Patienten mit Typ‑2‑Diabetes.
- Off‑Label (außerhalb der Zulassung) wird es u. a. beim Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) eingesetzt, vor allem bei übergewichtigen Patientinnen.
- Es wird zudem hinsichtlich möglicher weiterer Effekte (z. B. Anti‑Aging, Krebs‑ und Neuroprotektion) wissenschaftlich untersucht, diese Anwendungen sind aber noch nicht gesichert.
Wie nimmt man Metformin ein?
- Metformin wird als Tablette (normal oder Retard/Depot) eingenommen, meist 1–3‑mal täglich.
- Üblicherweise beginnt man mit einer niedrigen Dosis, die dann langsam gesteigert wird, um Nebenwirkungen zu verringern.
- Es soll während oder direkt nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, um Magen‑Darm‑Beschwerden zu reduzieren.
Häufige Nebenwirkungen
Die meisten Nebenwirkungen betreffen den Magen‑Darm‑Trakt, vor allem zu Beginn der Therapie:
- Übelkeit, Erbrechen.
- Durchfall, Bauchschmerzen, Völlegefühl.
- Appetitlosigkeit.
Langfristig und bei höheren Dosen kann es zu Vitamin‑B12‑Mangel kommen; oft wird daher empfohlen, bei längerer Einnahme den B12‑Spiegel gelegentlich zu kontrollieren.
Eine seltene, aber ernsthafte Nebenwirkung ist die Laktatazidose (Übersäuerung des Blutes durch Milchsäure); sie tritt vor allem bei schweren Nierenfunktionsstörungen oder bestimmten anderen schweren Erkrankungen auf, weshalb Metformin dann nicht oder nur mit Vorsicht eingesetzt werden darf.
Wer sollte vorsichtig sein oder Metformin nicht nehmen?
- Menschen mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion.
- Patientinnen und Patienten mit schwerer Lebererkrankung, schwerer Herzinsuffizienz oder akuten Zuständen mit Sauerstoffmangel (z. B. Schock, schwere Infektion).
- Vor bestimmten Röntgenuntersuchungen mit jodhaltigem Kontrastmittel wird Metformin meist vorübergehend abgesetzt.
Ob Metformin in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet ist, entscheidet immer die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt, da hier individuelle Nutzen‑Risiko‑Abwägungen nötig sind.
Kurzer Blick auf aktuelle Diskussionen
- Metformin wird in Studien wegen möglicher Schutzwirkungen auf Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen untersucht und scheint das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei Typ‑2‑Diabetes zu verringern.
- Es gibt viel mediale Aufmerksamkeit rund um Metformin als mögliche „Anti‑Aging‑Pille“, doch diese Anwendung ist bisher nicht zugelassen und wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenn du Metformin bereits einnimmst oder überlegst, es zu nehmen, besprich Dosierung, Eignung und Alternativen unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
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