wie entsteht ein flashover
Ein Flashover entsteht, wenn sich in einem geschlossenen Raum so viel Hitze und brennbares Gas angesammelt hat, dass praktisch alle brennbaren Gegenstände in dem Raum innerhalb von Sekunden gleichzeitig entzünden.
Wie ein Flashover Schritt für Schritt entsteht
- Kleines Feuer beginnt
Ein Feuer startet an einem Gegenstand, z. B. einem Sofa, einem Bett oder einem Mülleimer.
Die Flammen heizen die Luft und die Decke stark auf, und heiße Rauchgase steigen nach oben und breiten sich unter der Decke aus.
- Pyrolyse – Materialien geben brennbare Gase ab
Die starke Wärmestrahlung der heißen Deckenschicht heizt alle anderen brennbaren Gegenstände im Raum auf (Möbel, Vorhänge, Teppiche, Tapeten).
Diese Materialien beginnen zu „pyrolysieren“, d. h., sie zersetzen sich unter Hitze und geben brennbare Gase (z. B. Kohlenwasserstoffe) ab, ohne selbst zu brennen.
- Rauchschicht wird immer heißer und dicker
Der heiße Rauch bildet eine dicke Schicht unter der Decke, die sich immer weiter ausdehnt und die Raumtemperatur stark ansteigen lässt.
Typischerweise liegt die Temperatur in der Rauchschicht bei einem Flashover über 600 °C (manchmal sogar über 1000 °C).
- Entzündungstemperatur wird erreicht
Wenn die Temperatur der Rauchgase und der Oberflächen der Gegenstände hoch genug ist, erreichen sie ihre Zündtemperatur (Autozündtemperatur).
In diesem Moment zünden die brennbaren Gase in der Luft und die Oberflächen der Gegenstände praktisch gleichzeitig an.
- Flashover – alles brennt auf einmal
Innerhalb von Sekunden brennt der gesamte Raum vollständig: Möbel, Wände, Decke, alles steht in Flammen.
Das Feuer wechselt damit vom „lokalen Brand“ zum „voll entwickelten Brand“ (fully developed fire).
Wann und wo ein Flashover besonders wahrscheinlich ist
Ein Flashover entsteht besonders leicht in:
- geschlossenen Räumen mit wenig Frischluft (z. B. verschlossene Zimmer, kleine Wohnungen),
- Räumen mit viel brennbarem Material (z. B. viele Möbel, Vorhänge, Teppiche),
- modernen Gebäuden mit synthetischen Materialien (Kunststoffe, Schaumstoffe), die viel brennbares Gas abgeben,
- Räumen mit niedrigen Decken, wo sich die Hitze schneller konzentriert.
Warnzeichen für einen bevorstehenden Flashover
Feuerwehrleute und auch Laien können folgende Anzeichen erkennen:
- Sehr starke Hitze, die kaum noch erträglich ist.
- Rauch, der sich dunkel verfärbt und unter der Decke rollt („Flammenrollen“).
- Rauch, der immer tiefer in den Raum sinkt, weil die Deckenschicht so heiß ist.
- Gegenstände beginnen zu glühen oder zu schwelen, ohne dass direkte Flammen sichtbar sind.
- Plötzliche, starke Flammenbildung an der Decke oder an Wänden.
Besondere Arten von Flashover
Neben dem „klassischen“ Flashover gibt es auch spezielle Formen:
- Rich Flashover / Backdraft : Wenn ein Raum durch Sauerstoffmangel „erstickt“ ist und dann plötzlich frische Luft zugeführt wird (z. B. durch Öffnen einer Tür), kann es zu einer heftigen Explosion oder einem Flashover kommen.
- Delayed Flashover : Heiße Rauchgase verlassen den Brandraum und entzünden sich erst später, wenn sie sich mit Luft vermischt haben.
- Hot Rich Flashover : Sehr heiße, brennbare Rauchgase treten aus und zünden spontan an, wenn sie mit Luft vermischt werden.
Wie schnell ein Flashover auftreten kann
In einem typischen Wohnraum kann ein Flashover bereits 3–5 Minuten nach Brandbeginn auftreten, besonders wenn viele moderne Kunststoffe und Schaumstoffe brennen.
Durch Lithium‑Ion‑Batterien (z. B. in E‑Bikes, Handys) kann sich die Entwicklung noch schneller beschleunigen.
TL;DR
Ein Flashover entsteht, wenn ein Raum so heiß wird, dass alle brennbaren
Gegenstände gleichzeitig brennbare Gase abgeben und diese dann auf einmal
entzünden.
Das passiert meist in geschlossenen Räumen mit viel Möbeln und wenig Frischluft – innerhalb weniger Minuten nach Brandbeginn.