wie viel geld man braucht, um mit 45 jahren in den ruhestand treten zu können
Um mit 45 Jahren in den Ruhestand gehen zu können, brauchst du – je nach Lebensstil – grob zwischen etwa 600.000 und deutlich über 1.000.000 Euro an frei verfügbarem Vermögen, wenn du in Deutschland oder einem ähnlichen Land lebst und deinen Lebensstandard halbwegs halten möchtest. Wie viel es genau ist, hängt vor allem von deinen monatlichen Ausgaben, der Dauer bis zur gesetzlichen Rente und der erwarteten Rendite deiner Anlagen ab.
Grundidee: Wie viel Geld brauchst du wirklich?
Die zentrale Frage ist: Wie viel Geld willst du pro Monat ausgeben können – und wie viele Jahre musst du überbrücken, bis andere Rentenquellen (gesetzliche Rente, Betriebsrente etc.) einsetzen. Viele Finanzplaner orientieren sich an einer Entnahmerate von etwa 3–4% pro Jahr aus einem breit gestreuten Depot, damit das Vermögen möglichst lange hält.
Typische gedankliche Schritte:
- Bestimme deine jährlichen Ausgaben (Miete/Wohnen, Essen, Krankenversicherung, Mobilität, Freizeit).
- Ziehe sichere Einnahmen ab (z.B. spätere gesetzliche Rente ab 67).
- Plane, wie lange dein Vermögen die Lücke zwischen 45 und z.B. 67 schließen muss.
- Lege fest, mit welcher Rendite (real, nach Inflation) du halbwegs konservativ rechnen willst.
Beispielrechnungen (grob, zur Orientierung)
Diese Beispiele sind vereinfachte Modelle auf Basis von typischen Verbraucherausgaben und üblichen Entnahmeregeln; sie ersetzen keine individuelle Finanzplanung.
1. Sehr sparsamer Lebensstil
- Annahme: 1.200–1.500 Euro monatliche Ausgaben (ohne große Reisen, ohne Auto, einfache Wohnung).
- Jahresbedarf: ca. 15.000–18.000 Euro.
- Wenn du von 45 bis 67 komplett von deinem Vermögen leben müsstest (22 Jahre) und kaum Rendite einrechnest, lägst du grob bei 330.000–400.000 Euro, um nur diese Zeit zu überbrücken.
- Soll das Vermögen darüber hinaus weiter reichen und teilweise „ewig“ halten (3–4% Entnahme), brauchst du eher Richtung 500.000–600.000 Euro für diesen minimalistischen Lebensstil.
2. „Normaler“ Lebensstandard
- Annahme: Du peilst etwa 2.000–2.500 Euro netto im Monat an (Miete, Versicherung, Urlaub, Auto in günstig, Freizeit).
- Bei einer klassischen 4-%-Regel würde ein benötigtes Jahresbudget von 24.000–30.000 Euro einem Depot von rund 600.000–750.000 Euro entsprechen.
- Viele Berater raten heute eher zu 3% Entnahme, gerade wenn mit sehr früher Rente und unsicheren Kapitalmärkten gerechnet wird; dann läge der nötige Betrag bei etwa 800.000–1.000.000 Euro, um langfristig auf der sicheren Seite zu sein.
3. Komfortabler/sicherer Lebensstil
- Annahme: 3.000 Euro netto im Monat oder mehr, inklusive regelmäßiger Reisen, Auto, größeren Hobbys.
- Ein monatliches Nettoeinkommen von 3.000 Euro wird oft mit einem Investitionsvolumen von rund 1.100.000 Euro verknüpft, um dies langfristig zu finanzieren.
- Wer sehr konservativ planen möchte, die Inflation für viele Jahrzehnte berücksichtigt und Wert auf hohe Sicherheit legt, kann durchaus in Richtung 1,2–1,5 Millionen Euro kalkulieren.
Wichtige Einflussfaktoren
Mehrere Faktoren entscheiden, ob du eher nahe an der unteren oder an der oberen Grenze der Spannbreite liegen musst.
Wesentliche Stellschrauben:
- Lebenshaltungskosten : Wohnort (Großstadt vs. Land), Miet- oder Eigentum, Auto oder ÖPNV, Reisegewohnheiten.
- Kranken- und Pflegeversicherung: In Deutschland und ähnlichen Systemen können Beiträge als freiwillig Versicherter beträchtlich sein; das muss unbedingt mit eingeplant werden.
- Gesetzliche Rente und andere Renten: Wenn du mit 45 ganz aufhörst, zahlst du weniger Jahre ein, was deine spätere Rente dämpft.
- Anlagestrategie: Je mehr du in produktive Anlagen (z.B. Aktien-ETFs) investierst, desto eher kannst du mit realen Renditen rechnen, aber mit Schwankungen und Krisenrisiko.
- Entnahmerate: 4% gelten klassisch als Obergrenze, bei sehr langer Dauer (45 bis 90+) sind eher 3% oder weniger sinnvoll.
Mini-Szenario: „Rente mit 45“ in der Praxis
Angenommen, du bist 30 und möchtest mit 45 aufhören zu arbeiten. Du hast heute kaum Vermögen, willst aber einen eher einfachen Lebensstil mit ca. 2.000 Euro netto im Monat finanzieren. Wenn du mit einer Entnahmerate von 3–3,5% rechnen möchtest, brauchst du ungefähr 700.000–800.000 Euro investiertes Vermögen.
Um diese Summe in 15 Jahren aufzubauen, wären – je nach angenommener Rendite (z.B. 5–7% pro Jahr in einem globalen ETF) – monatliche Sparraten im deutlich vierstelligen Bereich nötig. Deshalb kombinieren viele Menschen das Ziel „Rente mit 45“ mit:
- sehr hoher Sparquote (z.B. 50% und mehr des Nettoeinkommens)
- frugalem Lebensstil (bewusst niedrigere Ausgaben)
- langfristiger Aktienanlage, oft über ETF-Sparpläne.
Foren-, Trend- und Diskussionskontext
In deutschsprachigen Finanzforen und Subreddits wird das Thema „Rente mit 45“ regelmäßig heiß diskutiert. Viele Nutzer berichten, dass sie je nach Wunsch- Lebensstil zwischen 500.000 Euro (sehr sparsam) und über 1.000.000 Euro (komfortabel) anstreben, um mit 45 oder 50 deutlich kürzer zu treten oder ganz aufzuhören.
Typische Meinungen:
- „Lieber weiter ein bisschen arbeiten“, z.B. 20-Stunden-Job, um Krankenversicherung und etwas Sozialversicherung zu decken und das Depot zu entlasten.
- „Frugalismus“ (bewusstes, minimalistisches Leben) als Weg, den notwendigen Kapitalstock spürbar zu senken.
- Skepsis wegen Inflation, politischer Änderungen bei Renten und Steuern sowie möglicher Krisen an den Kapitalmärkten, weshalb viele lieber konservativ kalkulieren.
Kurz-TL;DR:
Für „Rente mit 45“ brauchst du je nach gewünschtem Lebensstandard und
Sicherheitsspielraum grob:
- sehr sparsam: ca. 500.000–600.000 Euro
- normaler Lebensstandard: ca. 700.000–1.000.000 Euro
- komfortabel: ab etwa 1.100.000 Euro aufwärts.
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