Ein epitheloides Angiosarkom ist eine sehr seltene, hochaggressive Krebsart, die von den Zellen der Blut- oder Lymphgefäße ausgeht (Gefäßtumor). Es wächst meist schnell, bildet früh Metastasen und wird häufig erst spät erkannt, was die Prognose erschwert.

Was genau ist ein epitheloides Angiosarkom?

  • Es handelt sich um einen bösartigen Tumor der Gefäßinnenwand (Endothelzellen), der sich unter dem Mikroskop „epithelartig“ (plattenepithel-ähnlich) präsentiert.
  • Der Tumor tritt überwiegend in tiefen Weichteilen (z.B. Muskulatur der Extremitäten) auf, kann aber auch in Haut, Knochen, Schilddrüse oder Nebennieren entstehen.
  • Die Erkrankung ist extrem selten: Es werden nur wenige Fälle pro einer Million Menschen beschrieben.

Typische Merkmale und Symptome

  • Häufig zunächst unspezifisch: tastbare Schwellung, Knoten, Druckgefühl oder Schmerzen in der betroffenen Region.
  • Je nach Organ können zusätzliche Beschwerden auftreten, z.B. Atemnot bei Lungenbeteiligung oder neurologische Symptome bei Knochen- bzw. Wirbelsäulenbefall.
  • Weil die Gefäßstruktur oft schwer erkennbar ist, wird der Tumor anfangs leicht mit anderen Krebsarten (z.B. Karzinom, Melanom, epithelioides Sarkom) verwechselt.

Diagnose

  • Die sichere Diagnose erfolgt immer durch eine Gewebeprobe (Biopsie) mit feingeweblicher Untersuchung durch spezialisierte Patholog:innen.
  • Typisch sind große, rundliche bis polygonale Tumorzellen mit auffälligen Kernen und Besonderheiten, die auf Gefäßursprung hinweisen; immunhistochemische Färbungen (Marker für Endothelzellen) sind entscheidend.
  • Bildgebung (MRT, CT, ggf. PET-CT) wird eingesetzt, um Ausdehnung und Metastasen zu beurteilen.

Behandlung und Prognose

  • Wenn möglich, steht eine vollständige operative Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand im Vordergrund.
  • Häufig wird zusätzlich eine Strahlentherapie und/oder Chemotherapie eingesetzt, vor allem bei nicht komplett entfernbaren Tumoren oder Metastasen.
  • Die Prognose ist eher ungünstig, insbesondere wenn wichtige Organe betroffen sind oder bereits Metastasen vorliegen; deshalb ist eine Behandlung in einem spezialisierten Sarkomzentrum wichtig.

Aktuelle öffentliche Diskussion

  • Durch die Krebsdiagnose des Moderators Thomas Gottschalk ist das epitheloide Angiosarkom Ende 2025 in den Fokus der Medien gerückt, was zu einem sprunghaften Interesse an dieser seltenen Erkrankung geführt hat.
  • Fachartikel und Ratgeber betonen seither verstärkt die Seltenheit der Erkrankung, die Notwendigkeit früher Diagnose und die Bedeutung interdisziplinärer Therapie in spezialisierten Zentren.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei einer eigenen oder einer Verdachtsdiagnose sollte umgehend Rücksprache mit Onkolog:innen bzw. einem Sarkomzentrum gehalten werden.

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