illeismus was ist das

Illeismus bedeutet, dass eine Person von sich selbst in der dritten Person spricht statt „ich“ zu sagen – also z.B. „Julia findet, dass Julia heute gut gearbeitet hat“ statt „Ich finde, dass ich heute gut gearbeitet habe“.
Was ist Illeismus genau?
- Der Begriff kommt vom lateinischen „ille“ („jener/er“) plus „-ismus“.
- Gemeint ist das systematische oder gelegentliche Sprechen über sich selbst mit „er/sie/Name“ statt „ich“.
- Man findet das in Literatur, Rhetorik, aber auch im Alltag, etwa bei Politikern, Sportlern oder Influencern.
Ein klassisches Beispiel: Julius Caesar schrieb in seinen Texten nicht „Ich besiegte…“, sondern „Caesar besiegte…“, um objektiver und historischer zu wirken.
Warum machen Menschen das?
Typische Motive und Effekte:
- Rhetorischer Effekt: Es soll objektiv, „historisch“ oder wichtiger klingen, fast wie ein Kommentar von außen.
- Distanz zu sich selbst: Man schafft gedanklich Abstand zu den eigenen Gefühlen und Entscheidungen, was beim Nachdenken über Probleme helfen kann.
- Style/Inszenierung: Manche Persönlichkeiten nutzen Illeismus bewusst als Markenzeichen oder aus Eitelkeit, um sich größer oder besonderer wirken zu lassen.
Studien zeigen, dass das Sprechen über sich selbst in der dritten Person in bestimmten Situationen zu „weiserem“ Denken führen kann – etwa mehr Perspektivübernahme und Kompromissbereitschaft.
Positiv oder eher komisch?
Illeismus kann sehr unterschiedlich rüberkommen:
- Neutral/positiv:
- als literarisches Stilmittel (z.B. in Erzähltexten),
- als Technik der Selbstreflexion („Was will Anna wirklich?“),
- als Strategietrick, um kühler und rationaler auf Probleme zu schauen.
- Eher negativ/seltsam:
- wenn es übertrieben selbstbezogen wirkt („Peter macht keine Fehler“),
- wenn es unpersönlich oder abgehoben klingt („Der Chef bedankt sich“ statt „Ich danke dir“).
Im Arbeitskontext kann zu viel Illeismus Kommunikation unnötig verkomplizieren und die persönliche Verbindung schwächen („Der Manager schätzt Ihre Leistung“ statt „Ich schätze Ihre Leistung“).
Kleiner Alltags-Check
Du hast Illeismus vor dir, wenn jemand zum Beispiel sagt:
- „Paul denkt, Paul braucht erstmal einen Kaffee.“
- „Deine Mutter hat dir schon gesagt, dass deine Mutter das nicht möchte.“
- „Leon findet, Leon sollte heute früher schlafen.“
In solchen Momenten wird das „Ich“ bewusst gegen Name oder „er/sie“ ausgetauscht – genau das ist Illeismus.
Kurz-TL;DR:
Illeismus ist das Sprechen über sich selbst in der dritten Person („Lisa“
statt „ich“), ein sprachliches Stilmittel, das von Selbstdistanzierung bis zur
Selbstdarstellung reichen kann.
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