Der Wiener Opernball in seiner heutigen Form gibt es seit 1935, als erstmals ein Ball unter der Bezeichnung „Opernball“ in der Staatsoper veranstaltet wurde.

Kurzantwort

  • Die Tradition von Opernbällen geht in Wien bis ins 19. Jahrhundert zurück (erste Opern‐Soirée im Opernhaus 1877).
  • Der erste offiziell so genannte Opernball fand am 26. Jänner 1935 statt.
  • Seit der Wiedereröffnung der Staatsoper 1955 wird der Wiener Opernball als großer Staatsball regelmäßig abgehalten.

Wie alles begann

Die Idee, die kaiserliche Oper auch für Bälle zu nutzen, tauchte bereits 1860 in einer Verordnung auf, die das Opernhaus ausdrücklich auch zur Abhaltung von Opernbällen bestimmte. 1862 erhielt das Theater an der Wien die „allerhöchste Erlaubnis“, Ballfeste zu veranstalten, inspiriert von den Pariser Opernbällen.

Als die Hofoper 1869 ins neue Haus am Ring übersiedelte, erlaubte Kaiser Franz Joseph I. dort zunächst keine Tanzfeste, weil er Tumulte wie in Paris befürchtete. Erst am 11. Dezember 1877 kam es zu einer „Opernsoirée“ im Opernhaus, offiziell ohne Tanz – tatsächlich wurde nach Mitternacht aber doch getanzt.

Ab wann „Wiener Opernball“?

Nach dem Ende der Monarchie wurden in den 1920er‑Jahren sogenannte Opernredouten (Maskenbälle) veranstaltet. Der erste Ball, der explizit als „Opernball“ bezeichnet wurde, fand am 26. Jänner 1935 statt, unter dem Ehrenprotektorat von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und zugunsten der Winterhilfe 1934/35.

Der Opernball hatte damit auch eine politische Funktion: Er sollte ein glamouröses, positives Bild des damaligen autoritären Regimes im In- und Ausland vermitteln. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper 1955 wurde die Tradition wieder aufgenommen; am 9. Februar 1956 verwandelte sich das Haus erneut in einen festlichen Opernballsaal.

Zeitleiste auf einen Blick

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Jahr Ereignis
1860 Opernhaus wird offiziell auch für Opernbälle vorgesehen.
1862 Theater an der Wien erhält Erlaubnis für Ballfeste nach Pariser Vorbild.
1877 Erster Ball im Opernhaus als „Opernsoirée“ (noch ohne offiziellen Opernball- Namen).
1920er Opernredouten (Maskenbälle) in der Oper.
1935 Erster Ball unter der Bezeichnung „Opernball“ in der Staatsoper.
1955/1956 Wiedereröffnung der Staatsoper (1955) und erster Opernball der Zweiten Republik (9. Februar 1956).

Heutige Bedeutung und „latest news“

Heute gilt der Wiener Opernball als einer der Höhepunkte der Ballsaison und als repräsentativer Staatsball Österreichs, bei dem Politik, Wirtschaft, Kultur und internationale Gäste aufeinandertreffen. Traditionell findet er am letzten Donnerstag im Fasching in der Wiener Staatsoper statt; der 67. Ball ist für den 27. Februar 2025 angesetzt.

In jüngerer Zeit sorgen immer wieder Stargäste, Fernsehübertragungen und Diskussionen über Kosten, Sponsoring und gesellschaftliche Exklusivität für Debatten in Medien und Foren, wodurch der Opernball regelmäßig zu einem „trending topic“ im deutschsprachigen Raum wird.

TL;DR: Die Wurzeln reichen bis 1877, aber den Wiener Opernball unter diesem Namen gibt es seit 1935; seit 1956 läuft er – mit wenigen Unterbrechungen – in der heutigen Form jedes Jahr in der Staatsoper.

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