Grönland gehört heute zu Dänemark, weil es im 18. und 19. Jahrhundert von Dänemark kolonisiert wurde und dann völkerrechtlich als Teil des dänischen Königreichs anerkannt wurde, bevor es schrittweise mehr Autonomie bekam. Historisch gewachsene Rechtsansprüche, internationale Gerichtsentscheidungen und die Entscheidung der Grönländer, (bisher) im „Königreich Dänemark“ zu bleiben, halten diese Verbindung bis heute aufrecht.

Kurz erklärt

  • Dänemark machte Grönland im 18. Jahrhundert faktisch zu seiner Kolonie und schottete Handel und Zugang für andere Mächte ab.
  • 1933 bestätigte der Ständige Internationale Gerichtshof in Den Haag, dass ganz Grönland völkerrechtlich zu Dänemark gehört.
  • Seit 1979 (Home Rule) und 2009 (Selbstverwaltungsgesetz) hat Grönland weitreichende Eigenständigkeit, ist aber noch Teil des Königreichs Dänemark mit eigenem Weg zur möglichen Unabhängigkeit.

Wie es historisch dazu kam

  • Im Mittelalter siedelten zuerst Wikinger aus Norwegen/Island in Teilen Grönlands, später brachen diese Siedlungen wieder zusammen.
  • Ab 1721 ließ der dänische König Missionare und Händler – vor allem den Pastor Hans Egede – nach Grönland schicken, die Handelsposten, Kirche und die Keimzelle der heutigen Hauptstadt Nuuk gründeten.
  • Ende des 18. Jahrhunderts wurde Grönland faktisch dänische Kolonie, ausländische Händler wurden ausgeschlossen und dänische Präsenz systematisch ausgebaut.

Vom Kolonialbesitz zum „Reichsteil“

  • 1921 erklärte Dänemark offiziell seine Oberhoheit über ganz Grönland, was damals unter anderem Norwegen bestritt.
  • 1933 entschied der Internationale Gerichtshof in Den Haag, dass ganz Grönland völkerrechtlich Dänemark zusteht – damit waren konkurrierende Ansprüche geklärt.
  • 1953 wurde der Kolonialstatus abgeschafft, Grönland wurde formal Provinz und damit integrierter Teil des dänischen Staates.

Autonomie statt sofortige Unabhängigkeit

  • 1979 erhielt Grönland eine eigene „Home Rule“, also Selbstverwaltung mit eigenem Parlament und Regierung; Dänemark behielt vor allem Außenpolitik, Verteidigung und Währung.
  • 2009 folgte ein erweitertes Selbstverwaltungs-Gesetz: Grönland wird darin als eigenes Volk mit Recht auf Selbstbestimmung anerkannt und kann sich theoretisch durch ein Referendum von Dänemark lösen.
  • Praktisch bleibt man verbunden, weil Dänemark Geld über den sogenannten „Blockzuschuss“ zahlt und viele grönländische Politiker einen schrittweisen, wirtschaftlich abgesicherten Weg Richtung mehr Eigenständigkeit bevorzugen.

Warum nicht Kanada oder USA?

  • Geografisch liegt Grönland zwar in Nordamerika, aber entscheidend ist nicht die Lage, sondern wer historisch als erste europäische Macht dauerhafte Kontrolle und später völkerrechtliche Anerkennung erlangt hat – das war Dänemark.
  • Die USA haben mehrfach versucht, Grönland zu kaufen oder ihren Einfluss auszuweiten (bis hin zu aktuellen politischen Debatten darüber), doch Dänemark und Grönland haben das abgelehnt, solange der Status im Königreich Dänemark gewahrt bleiben soll.

TL;DR: Grönland „gehört“ zu Dänemark, weil Dänemark seit der frühen Neuzeit Kolonialmacht war, internationale Gerichte diesen Anspruch bestätigt haben und Grönland sich bisher für einen autonomen Status innerhalb des dänischen Königreichs entschieden hat – mit der Option, sich eines Tages selbstständig zu machen.