warum liegen im sommer unter linden oft viele tote hummeln

Unter Linden liegen im Sommer oft viele tote Hummeln, weil die Tiere an Energiemangel zugrunde gehen: Sie verhungern und/oder kühlen aus, wenn sie spät in der Blüte bei wenig Nektar trotzdem weiter an den Bäumen sammeln.
Was unter der Linde passiert
- Linden blühen spät und sind für Hummeln eine Magnet -Nahrungsquelle, wenn sonst schon vieles verblüht ist.
- Gegen Ende der Blütezeit liefern die Blüten aber nur noch sehr wenig Nektar, obwohl der Duft weiter stark lockt.
Warum die Hummeln sterben
- Hummeln brauchen viel Energie, um ihre Flugmuskeln warm zu halten; bei kühleren Temperaturen steigt der Energiebedarf zusätzlich.
- Wenn sie in dieser Phase fast „leer“ blühende Linden anfliegen, verbrauchen sie beim Sammeln mehr Energie, als sie über den wenigen Nektar aufnehmen – sie geraten in ein Energiedefizit, brechen den Flug ab, fallen zu Boden, krabbeln noch eine Weile und sterben dann.
Gift-Mythos: Ist die Linde schuld?
- Lange vermutete man, ein angeblich giftiger Zucker (Mannose) im Lindennektar würde die Hummeln direkt töten; neuere Studien konnten das nicht bestätigen.
- Fachleute gehen heute davon aus, dass vor allem Nahrungsmangel (zu wenig Nektar spät in der Blüte) und die Physiologie der Hummeln die Todesfälle erklären – die Linde ist also eher „tragischer Ort“ als Ursache.
Warum sie trotzdem zu Linden fliegen
- Bestimmte Inhaltsstoffe im Nektar (z.B. alkaloidartige Substanzen wie Trigonellin oder möglicherweise koffeinähnliche Stoffe) könnten bewirken, dass Hummeln immer wieder zu Linden zurückkehren, obwohl die Nahrungsbilanz dort schlecht ist.
- Dieses „Weiterfliegen trotz Verlustgeschäft“ verstärkt den Energiemangel – und damit das Hummelsterben unter einzelnen Linden, besonders bei Silber-Linden (Tilia tomentosa) in Städten.
Was man als Mensch tun kann
- Im Garten und in Städten für ein reiches Blütenangebot über den ganzen Sommer sorgen (z.B. Stauden, Wildblumen, spätblühende Sträucher), damit Hummeln nicht so stark von Linden abhängig sind.
- Geschwächte Hummeln am Boden können an einen geschützten, sonnigen Platz gesetzt und in Einzelfällen mit einem Tropfen Zuckerwasser (kein Honig) unterstützt werden; oft sind sie aber bereits irreversibel erschöpft.
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