Ramadan ist für Muslime ein heiliger Monat, in dem sie fasten, mehr beten und sich intensiv mit Gott und dem eigenen Charakter beschäftigen.

Was ist Ramadan überhaupt?

  • Ramadan ist der 9. Monat des islamischen Mondkalenders.
  • In diesem Monat wurde nach islamischem Verständnis der Qur’an erstmals dem Propheten Muhammad offenbart (Laylat al-Qadr – die „Nacht der Bestimmung“).
  • Deshalb gilt Ramadan als heiligster Monat des Jahres für Muslime.

Für viele Muslime ist Ramadan: weniger Alltag, mehr Sinn – weniger Konsum, mehr Bewusstsein.

Warum fasten Muslime im Ramadan?

Das Fasten (arabisch: sawm) von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist eine religiöse Pflicht für alle gesunden, erwachsenen Musliminnen und Muslime.

Die wichtigsten Gründe:

  1. Gehorsam und Glaubenspflicht
    • Fasten im Ramadan gehört zu den „Fünf Säulen des Islam“, also zu den Grundpfeilern der Religion.
 * Im Qur’an heißt es sinngemäß: Wer den Monat Ramadan erlebt, soll in ihm fasten.
  1. Spiritualität und Gottesnähe
    • Fasten soll helfen, sich stärker auf Gott zu konzentrieren, mehr zu beten und den Qur’an zu lesen.
 * Viele Gläubige stehen nachts für zusätzliche Gebete (Tarawih, teils Tahajjud) auf.
  1. Selbstdisziplin und Charaktertraining
    • Es geht nicht nur um Essen und Trinken, sondern auch darum, schlechte Gewohnheiten zu meiden, Wut zu kontrollieren und auf Sünden zu verzichten.
 * Durch das Fasten übt man Geduld, Durchhaltevermögen und Selbstbeherrschung.
  1. Mitgefühl mit Bedürftigen
    • Wer Hunger und Durst bewusst erlebt, soll mehr Empathie für Arme und Notleidende entwickeln.
 * Deswegen sind Spenden (Zakat, Sadaqa) und soziale Projekte im Ramadan besonders stark betont.
  1. Gemeinschaft und Zusammenhalt
    • Familien und Gemeinden treffen sich zum gemeinsamen Fastenbrechen (Iftar) nach Sonnenuntergang.
 * Am Ende steht das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr, „Zuckerfest“), ein fröhlicher Feiertag mit Gebet, Essen und Besuchen.

Wie läuft der Ramadan praktisch ab?

  • Suhoor : Vor der Morgendämmerung wird eine frühe Mahlzeit gegessen.
  • Fastenzeit : Von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang kein Essen, kein Trinken, kein Rauchen und sexuelle Enthaltsamkeit.
  • Iftar : Bei Sonnenuntergang wird das Fasten meist mit Wasser und Datteln geöffnet, danach wird gegessen.
  • Zusätzliche Gebete : Viele besuchen abends besondere Gebete in der Moschee (Tarawih).

Es gibt Ausnahmen: Kranke, Schwangere, Stillende, Reisende, sehr alte Menschen und Kinder müssen unter bestimmten Bedingungen nicht fasten oder holen die Tage später nach.

Worum geht es „innerlich“ beim Ramadan?

Viele muslimische Gelehrte betonen, dass der „äußere“ Verzicht nur der Anfang ist.

Der innere Sinn:

  • Herz reinigen : schlechte Eigenschaften wie Neid, Arroganz, Unrecht ablegen.
  • Gewissen schärfen : bewusster leben, was man sagt und tut.
  • Gott in den Mittelpunkt stellen : sich erinnern, dass das Leben mehr ist als Konsum und Ablenkung.

Ein oft zitierter Gedanke: Wenn der Ramadan seine „Essenz“ ins Herz bringt, werden Sinnenreize schwächer und der innere „Satan“ wird wie angekettet – man ist leichter zu Gutem motiviert.

Aktuelle und gesellschaftliche Perspektiven

  • In Europa und weltweit wird immer mehr öffentlich über Ramadan gesprochen: Medien erklären den Monat, Schulen und Firmen versuchen Rücksicht zu nehmen.
  • Es gibt lebhafte Diskussionen, z.B.: Wie fasten Menschen mit schweren Jobs? Wie ist es in Ländern mit sehr langen Tagen? Wie kann man gesundheitlich verantwortungsvoll fasten?
  • Moderne muslimische Organisationen betonen zusätzlich Nachhaltigkeit, faire Produktion von Iftar-Lebensmitteln und Hilfe für Krisenregionen im Ramadan.

Kurz gesagt: Warum Ramadan?

  • Weil der Qur’an in diesem Monat offenbart wurde.
  • Weil das Fasten eine grundlegende religiöse Pflicht und ein Weg zu mehr Gottesnähe ist.
  • Weil Menschen dadurch Charakter, Mitgefühl und Gemeinschaft stärken sollen.

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