Bei Minusgraden kann es regnen, weil nicht überall in der Luft die gleiche Temperatur herrscht und Wasser außerdem unterkühlt flüssig bleiben kann. Oft fällt der Regen aus einer wärmeren Luftschicht in kältere Luft nahe am Boden – dann ist es unten unter 0 °C, aber der Niederschlag bleibt trotzdem flüssig.

Unterschiedliche Temperaturen in der Höhe

  • Die Temperatur, die du am Thermometer siehst, ist nur die Bodentemperatur.
  • Höher oben kann die Luft über 0 °C sein, dort bildet sich der Niederschlag daher als Regen, nicht als Schnee.
  • Beim Fallen durch kältere Luftschichten reicht die Zeit oft nicht, damit die Tropfen wieder zu Schnee gefrieren.

Gefrierender Regen und Glatteis

  • Fällt flüssiger Regen in Luft, die unter 0 °C kalt ist, können die Tropfen „unterkühlt“ sein: Sie sind kälter als 0 °C, bleiben aber noch flüssig.
  • Treffen diese superkalten Tropfen auf kalte Straßen, Bäume oder Stromleitungen, frieren sie schlagartig fest – es entsteht gefrierender Regen und spiegelglattes Eis.
  • Solche Lagen treten häufig bei Warmfronten im Winter auf, wenn in der Höhe schon mildere Luft einströmt, am Boden aber noch Frost herrscht.

Warum dann nicht einfach Schnee?

  • Für Schneeflocken braucht es genügend kalte und geeignete Schichten in der Wolke, in denen aus Eiskristallen Flocken wachsen können.
  • Ist die Luft in der Wolke insgesamt zu warm oder gibt es eine ausgeprägte warme Schicht, schmelzen entstandene Schneekristalle wieder zu Regentropfen.
  • Liegt am Boden nur leichter Frost knapp unter 0 °C, kommt der Niederschlag häufig als Regen an – oft mit der Gefahr von überfrierender Nässe.

Kurz gesagt: „Warum regnet es bei Minusgraden?“ – weil der Regen oft aus einer wärmeren Luftschicht stammt und Tropfen unterkühlt flüssig bleiben können, bis sie auf kalte Oberflächen treffen und dort gefrieren.