Beim Curling wird gewischt, um den Stein weiter und genauer gleiten zu lassen und seine Laufbahn zu beeinflussen.

Kurz erklärt

  • Durch das schnelle Wischen entsteht Reibungswärme, die das Eis minimal antaut.
  • Es bildet sich ein extrem dünner Wasserfilm, auf dem der Stein leichter rutscht, also weniger bremst und weiter fährt.
  • Gleichzeitig „curlt“ (krümmt) der Stein weniger stark und läuft dadurch gerader, was die Spieler gezielt nutzen, um die Linie anzupassen.
  • Nebenbei wird das Eis auch von Schmutz befreit, damit der Stein nicht unerwartet hängen bleibt oder die Richtung ändert.

Etwas ausführlicher – die Physik dahinter

Wenn die Spieler vor dem Stein wischen, erzeugen sie Reibung zwischen Besen und Eis, die die Oberfläche um ein bis zwei Grad erwärmen kann. Auf dem „gepebbelten“ Eis (viele kleine Eisbuckel) schmilzt dabei nur die oberste Schicht dieser Buckel zu einem hauchdünnen Wasserfilm.

Dieser Wasserfilm verringert die Reibung zwischen dem Granitstein und dem Eis, weshalb der Stein weniger stark abgebremst wird und einige Meter weiter gleiten kann, als er es ohne Wischen würde. Gleichzeitig reduziert die geringere Reibung den Effekt der Krümmung, sodass der Stein eine geradere Linie nimmt.

Taktische Gründe fürs Wischen

Im modernen Curling ist Wischen ein zentrales taktisches Werkzeug.

Spieler wischen, um:

  1. Den Stein weiter zu tragen
    • Stein ist „zu kurz“ gespielt → stark wischen, damit er trotzdem zur gewünschten Position kommt.
  1. Die Linie zu steuern
    • Wischen kann den Curl reduzieren, sodass der Stein gerader läuft und ein knappes Ziel (z.B. einen Guard umgehen) noch getroffen wird.
  1. Das Eis sauber zu halten
    • Kleine Schmutzstücke könnten den Stein springen oder abbremsen lassen; Wischen entfernt solche Partikel.

Früher gab es sogar große Diskussionen um besonders effektive Besen („Brushgate“), weil bestimmte Materialien das Verhalten des Steins zu stark beeinflussten, weshalb heute bei Spitzenwettkämpfen Stoff und Bauweise der Besen reguliert werden.

Mini-Beispiel aus einem End

Stell dir vor, ein Stein soll exakt in den Vierfuß-Kreis, ist aber leicht zu langsam gespielt. Die Spieler sehen, dass er sonst im vorderen Haus stehen bleiben würde, also wischen sie maximal.

  • Der Stein rutscht dank des Wasserfilms etwas weiter.
  • Durch das Wischen bleibt er zudem etwas gerader, sodass er genau hinter einem Guard versteckt im Haus liegen bleibt.

Ergebnis: Ohne Wischen wäre der Stein zu kurz und schlechter platziert gewesen – mit gutem Sweeping wird aus einem mittelmäßigen Wurf ein richtig guter.

TL;DR: Man wischt beim Curling, um das Eis leicht anzutauen, die Reibung zu reduzieren, den Stein weiter und gerader laufen zu lassen, die Curl- Krümmung zu steuern und das Eis von Schmutz zu befreien.

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