Ein Erdfall ist ein plötzlich entstehendes Loch oder eine Senke im Boden, wenn darüberliegende Erd- oder Gesteinsschichten in einen natürlichen Hohlraum im Untergrund einstürzen. Im Deutschen entspricht das in der Geologie in etwa dem, was man international als „Sinkhole“ bezeichnet.

Kurz erklärt: Was ist ein Erdfall?

  • Ein Erdfall ist eine Vertiefung oder ein Loch an der Erdoberfläche, die durch den Einsturz natürlicher Hohlräume im Untergrund entsteht.
  • Die Hohlräume bilden sich meist in wasserlöslichen Gesteinen wie Kalk, Gips oder Salz, die durch Wasser langsam aufgelöst werden.
  • Wenn die tragende Deckschicht darüber zu instabil wird, bricht sie schlagartig ein – der Boden „fällt ein“.

Wie entsteht ein Erdfall?

  • Unterirdisch löst Wasser Gestein (z.B. Kalkstein, Gips, Steinsalz) und spült Material fort, sodass Hohlräume oder Karsthöhlen entstehen.
  • Mit der Zeit verlieren die nicht wasserlöslichen Deckschichten (Boden, Lockergestein) ihre Stütze und können die Last nicht mehr tragen.
  • Schließlich stürzen diese Schichten in den Hohlraum ein; an der Oberfläche entsteht ein trichterförmiges Loch (Erdfalltrichter).

Typische Merkmale

  • Form: Oft rund bis unregelmäßig, mit steilen oder trichterförmig abgeflachten Wänden.
  • Größe: Durchmesser und Tiefe reichen von wenigen Dezimetern bis zu mehreren Zehnermetern.
  • Geschwindigkeit: Der Einsturz kann plötzlich auftreten, manchmal nach längerer, kaum bemerkter Bodensenkung.

Unterschied zu anderen Erd-Einbrüchen

  • Erdfall : Natürlicher Hohlraum im Untergrund (Karst, Salz-/Gipslösung), keine direkte menschliche Ursache.
  • Tagesbruch/Pinge : Ähnliches Loch, aber verursacht durch künstliche Hohlräume, z.B. alte Bergwerksstollen oder unterirdische Baumaßnahmen.
  • Lösungsdoline : Ebenfalls Karsterscheinung, aber stärker durch Oberflächenlösung des Gesteins geprägt und meist langsamer, nicht zwingend ein plötzlicher Einsturz.

Gefahren und Beispiele

  • Erdfälle können Straßen, Häuser und Leitungen beschädigen und sind daher ein Risiko für Bebauung in Karst- oder Salz-Landschaften.
  • In Deutschland werden jedes Jahr mehrere hundert Erdfall-Ereignisse registriert, viele davon in Wäldern und abseits der Siedlungen.
  • Bekannt wurden z.B. größere Erdfälle wie der Fall in Schmalkalden (Thüringen) 2010, bei dem ein etwa 20 m tiefes Loch in einem Wohngebiet entstand und mehrere Häuser evakuiert werden mussten.

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