Ein Grafologe (auch Graphologe) ist eine Fachperson, die Handschriften analysiert, um Rückschlüsse auf Charakter, Persönlichkeit und bestimmte Verhaltensmerkmale eines Menschen zu ziehen. Die Tätigkeit gilt heute eher als psychologisch orientierte Deutungsmethode und wird wissenschaftlich kritisch gesehen.

Kurze Definition

  • Ein Grafologe untersucht Form, Größe, Neigung, Druck, Abstände und Gesamtbild der Schrift.
  • Aus diesen Merkmalen erstellt er ein Persönlichkeitsbild oder ein Gutachten zur Person.

Was macht ein Grafologe konkret?

  • Analysiert Schriftproben nach vielen Kriterien (Buchstabenlängen, Verhältnis der Buchstaben, Schreibrhythmus, Druckstärke, Neigung, Abstände usw.).
  • Erstellt sogenannte graphologische Gutachten, z.B. zu Eigenschaften, intellektuellen Fähigkeiten, sozialer Kompetenz oder zum Verhalten am Arbeitsplatz.
  • Kann in bestimmten Kontexten (z.B. Personalberatung oder selten auch Ermittlungen) zur Einschätzung von Personen oder zum Vergleich von Handschriften herangezogen werden.

Einordnung und Kritik

  • Graphologie ist in Ländern wie Deutschland keine offiziell anerkannte Wissenschaft; sie wird eher als orientierende, nicht als gesicherte Methode betrachtet.
  • In kontrollierten wissenschaftlichen Tests konnte Graphologie Persönlichkeitsmerkmale meist nicht zuverlässig vorhersagen, weshalb Fachkreise sie oft als unzuverlässig oder pseudowissenschaftlich einstufen.

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