Lehnwörter sind Wörter, die aus einer anderen Sprache übernommen und so an die deutsche Sprache angepasst wurden, dass sie wie „ganz normale“ deutsche Wörter wirken.

Kurze Definition

  • Ein Lehnwort stammt aus einer Quellsprache (z.B. Latein, Französisch, Englisch) und wird in eine Zielsprache übernommen.
  • Es passt sich in Aussprache , Schreibweise und oft auch Grammatik der Zielsprache an.
  • Dadurch erkennt man seine fremde Herkunft im Alltag meist nicht mehr.

Beispiel: „Fenster“ kommt ursprünglich aus dem Lateinischen „fenestra“, wirkt heute aber völlig deutsch.

Typische Beispiele für Lehnwörter

Häufig genannte Lehnwörter im Deutschen sind etwa:

  • Bluse (französischer Ursprung)
  • Balkon (italienisch/französisch)
  • Mauer, Wein (lateinischer Ursprung)
  • Zucker (über das Arabische entlehnt)
  • Restaurant, Sofa (französisch/türkisch-arabisch)
  • Computer (englisch)

Diese Wörter werden ganz normal gebeugt: „ein Computer – viele Computer“, „das Restaurant – die Restaurants“.

Unterschied zu Fremdwörtern

Sprachwissenschaftlich unterscheidet man oft zwischen Lehnwort und Fremdwort:

  • Lehnwörter : stark angepasst, wirken sprachlich „eingebürgert“.
    • Beispiel: „Fenster“, „Zucker“, „Wein“.
  • Fremdwörter : behalten fremde Schreibweise und Lautung stärker bei, fremde Herkunft bleibt auffällig.
    • Beispiel: „Computer“, „Restaurant“ werden häufig als Fremdwörter eingeordnet, obwohl sie sich im Deutschen etabliert haben.

Manchmal spricht man von Lehnwörtern im engeren Sinn (deutlich angepasst) und im weiteren Sinn , wo Fremdwörter mitgemeint sind.

Warum gibt es Lehnwörter?

Lehnwörter entstehen durch Entlehnung , also die Übernahme von Wörtern, wenn Sprachen und Kulturen in Kontakt kommen.

Typische Gründe:

  • Handel und Technik (neue Dinge brauchen Namen, z.B. „Computer“).
  • Kulturkontakt durch Wissenschaft, Kunst, Mode (z.B. „Restaurant“, „Bluse“).
  • Geschichte: römischer Einfluss, französischer Einfluss, heute starker englischer Einfluss.

So spiegeln Lehnwörter immer auch geschichtliche und kulturelle Entwicklungen wider.

TL;DR: Lehnwörter sind „eingebürgerte“ fremde Wörter: Sie kommen ursprünglich aus einer anderen Sprache, wurden aber so an Lautung, Rechtschreibung und Grammatik des Deutschen angepasst, dass sie im Alltag wie ganz normale deutsche Wörter erscheinen.