was war der erste weihnachtsbaum

Der erste Weihnachtsbaum, wie wir ihn heute kennen, war kein einzelner Baum, sondern ein Brauch, der sich langsam in Deutschland entwickelte – wahrscheinlich in den Zünften und Städten des 15. und 16. Jahrhunderts.
Die frühesten bekannten „Christbäume“
Die älteste schriftliche Erwähnung eines Vorgängers des Weihnachtsbaums stammt aus dem Jahr 1419 in Freiburg im Breisgau. Dort hatte die Freiburger Bäckerschaft einen Baum aufgestellt, der mit Naschwerk, Früchten und Nüssen geschmückt war; die Kinder durften ihn an Neujahr „abschütteln“ und die Leckereien mitnehmen.
In der gleichen Zeit gab es in anderen deutschen Städten ähnliche Bräuche: Tannenbäume oder -zweige wurden im Winter auf Märkten oder in Zunftstuben aufgestellt und mit Süßigkeiten und einfachen Dekorationen behängt.
Riga 1510 – der „erste“ öffentliche Weihnachtsbaum?
Eine oft zitierte Tradition besagt, dass der erste geschmückte Weihnachtsbaum auf einem öffentlichen Platz 1510 in Riga (heute Lettland) aufgestellt wurde. Mitglieder der „Brotherhood of Blackheads“ (einer Kaufmannsgilde) sollen dort einen Tannenbaum auf dem Marktplatz errichtet und später verbrannt haben.
Heute erinnert eine Gedenktafel in Riga an dieses Ereignis, und viele halten es für den „ersten“ Weihnachtsbaum im modernen Sinn – auch wenn es damals noch nicht unbedingt ein „Weihnachts“-Baum im heutigen Sinne war.
Straßburg und Bremen – der Brauch wird zum Weihnachtsbaum
In den 1530er Jahren taucht der Brauch in Straßburg auf: 1535 wird berichtet, dass dort bereits mit Bäumen gehandelt wurde, und 1539 steht urkundlich, dass im Straßburger Münster ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt wurde.
In Bremen wurde der Brauch um 1570 besonders deutlich: Dort stellten die Zünfte im Winter kleine Tannenbäumchen im Zunfthaus auf, schmückten sie mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen – und die Kinder durften die Leckereien nach Weihnachten abschütteln.
Wann wurde daraus der moderne Weihnachtsbaum?
Der Weihnachtsbaum, wie wir ihn kennen (mit Kerzen, Kugeln, Lametta), entstand erst im 17. und 18. Jahrhundert:
- Um 1611 soll Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien in Liegnitz den ersten Baum mit echten Kerzen geschmückt haben.
- Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch in wohlhabenden Bürgerhäusern und Fürstenhäusern, etwa durch Johann Wolfgang von Goethe, der den Weihnachtsbaum am Weimarer Hof populär machte.
- Im 19. Jahrhundert wurde der Weihnachtsbaum dann zum zentralen Symbol des deutschen Weihnachtsfestes und verbreitete sich von dort aus in ganz Europa und die Welt.
Fazit: Was war der „erste“ Weihnachtsbaum?
Es gibt keinen einzigen „ersten“ Weihnachtsbaum, sondern eine Entwicklung:
- Der älteste bekannte Vorgänger ist der Freiburger Zunftbaum von 1419.
- Der erste öffentliche geschmückte Baum wird oft auf Riga 1510 datiert.
- Der erste echte „Weihnachtsbaum“ im heutigen Sinn entstand im 16. Jahrhundert in deutschen Städten wie Straßburg und Bremen.
Der moderne Weihnachtsbaum ist also ein deutscher Brauch, der aus mittelalterlichen Zunft- und Marktbräuchen hervorging und sich über Jahrhunderte zum festlichen Mittelpunkt der Weihnachtszeit entwickelte.
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