„Was wir wissen können“ ist der neue dystopische Roman des britischen Autors Ian McEwan, der im Jahr 2119 in einer von Klimakatastrophen, Kriegen und Pandemien gezeichneten Zukunft spielt. Im Zentrum steht der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe, der ein verschollenes Gedicht des fiktiven Dichters Francis Blundy sucht – und dabei auf eine geheime Liebe und ein Verbrechen stößt.

Worum es im Roman geht

Die Welt des Jahres 2119 ist stark überflutet; große Teile der westlichen Welt liegen unter Wasser, Europa ist zu einer Landschaft aus Inseln geworden. Staaten wie Großbritannien existieren nur noch als Archipel-Republik, und klassische Großmächte wie die USA sind durch Bürgerkriege zerfallen.

Thomas Metcalfe forscht über die Literatur der Jahre 1990 bis 2030 und insbesondere über Blundys legendären „Sonettenkranz für Vivien“. Auf seiner Suche durch digitale Archive und spärliche Papierzeugnisse rekonstruiert er nicht nur ein Gedicht, sondern das Leben eines berühmten Paars – und deckt ein Verbrechen auf, das seine Vorstellung davon, was wir wissen können, erschüttert.

Zentrale Themen

  • Dystopische Zukunft: Steigende Meeresspiegel, Überflutungen, Zerfall klassischer Nationalstaaten und eine drastisch geschrumpfte Weltbevölkerung bilden die Kulisse.
  • Erinnerung und Wissen: Digitale Daten der Vergangenheit sind nahezu lückenlos erhalten, während Papier und Handschrift nur noch in Archiven überleben, was die Grenze zwischen Privatem und Öffentlichem verwischt.
  • Verantwortung der Gegenwart: Figuren blicken kritisch auf das 21. Jahrhundert zurück, dem vorgeworfen wird, trotz Wissens um Klimarisiken und Waffengewalt zu wenig gehandelt zu haben.

Erzählweise und Genre

Der Roman verbindet Elemente von Liebesgeschichte, Kriminalroman, historischem Abenteuer und Zukunftsdystopie. Kritiken betonen eine komplexe, tiefgründige, aber zugleich spannungsreiche Erzählstruktur, die McEwans typische Mischung aus faktennaher Zukunftsvision und literarischer Reflexion zeigt.

Einordnung im heutigen Kontext

„Was wir wissen können“ wird als Roman „auf der Höhe unserer Zeit“ beschrieben, weil er aktuelle Debatten über Klimakrise, Digitalisierung und Überwachung in ein Zukunftsszenario fortschreibt. Der Titel spielt dabei doppelt auf Erkenntnistheorie und auf die Frage an, welche Spuren unser heutiges Handeln und unsere Daten in der Zukunft hinterlassen werden.

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