Orcas wenden beim Jagen von Weißen Haien eine hochspezialisierte, kooperative Taktik an, bei der sie die Haie gezielt lähmen und dann vor allem deren extrem nährstoffreiche Leber fressen.

Grundprinzip der Orca-Taktik

  • Orcas sind soziale Jäger und greifen meist im Familienverband (Pod) an, ähnlich einem Wolfsrudel im Meer.
  • Sie haben gelernt, dass sich die Jagd auf Weiße Haie wegen der großen, fettreichen Leber energetisch besonders lohnt.
  • Häufig zielen sie auf Jungtiere, die weniger erfahren sind und langsamer auf Gefahr reagieren.

Der „Trick“: Hai auf den Rücken drehen

Der zentrale Trick ist das gezielte Ausnutzen der sogenannten „tonischen Immobilität“ bei Haien.

Typischer Ablauf (vereinfacht):

  1. Orcas spüren Weiße Haie in Regionen mit Hai-Kinderstuben auf (z.B. im Golf von Kalifornien).
  1. Ein oder mehrere Orcas greifen den Hai seitlich oder von unten an und packen ihn so, dass sie ihn umdrehen können.
  1. Der Hai wird auf den Rücken gedreht – in dieser Position fällt er in eine Art Starre (tonische Immobilität) und ist vorübergehend gelähmt.
  1. Während der Hai wehrlos ist, reißen die Orcas gezielt die Leber heraus, oft mit präzisen Bissen am Bauchbereich.
  1. Der Restkörper wird häufig zurückgelassen oder nur teilweise gefressen, weil die Leber den größten Energiewert bietet.

Kooperation und Rollenverteilung

  • In einigen beobachteten Gruppen übernimmt offenbar nicht jeder Orca dieselbe Rolle: Einige treiben den Hai, andere führen den eigentlichen Dreh- und Tötungsakt aus.
  • Das Verhalten wird als kulturelle Technik innerhalb bestimmter Pods interpretiert – also erlernt und über Generationen weitergegeben, nicht bei allen Orcas weltweit gleich verbreitet.
  • Es gibt Hinweise, dass einzelne besonders erfahrene Tiere den Angriff anführen und andere sich anschließen, ähnlich wie spezialisierte „Expertenjäger“ in einem Rudel.

Unterschied: Südafrika vs. Golf von Kalifornien

Forschende unterscheiden heute mehrere „Stile“ der Orca-Jagd auf Weiße Haie:

  • Südafrika :
    • Berühmt wurden zwei Orcas, die erwachsene Weiße Haie töten und ebenfalls gezielt deren Leber fressen.
    • Die Präsenz der Orcas führte zeitweise dazu, dass ganze Hai-Populationen ihre Aufenthaltsgebiete verließen.
  • Golf von Kalifornien (Moctezumas Pod) :
* Spezialisierter Pod, der vor allem juvenile Weiße Haie jagt.
* Nutzt systematisch das Umdrehen und Lähmen der Jungtiere aus.
* Vermutlich begünstigt durch veränderte Wassertemperaturen, die Hai-Kinderstuben verlagern und so mehr Jungtiere in Reichweite der Orcas bringen.

In beiden Regionen ähnelt die Grundlogik: gezielte Attacke, schnelle Lähmung des Hais, dann Leberentnahme.

Warum gerade die Leber?

  • Die Leber eines Weißen Hais kann bis zu ein Drittel seines Körpergewichts ausmachen und ist extrem fettreich, also ein „Energiepaket“.
  • Für große, energiehungrige Beutegreifer wie Orcas ist es effizient, vor allem dieses Organ zu fressen, statt den gesamten Körper zu verwerten.
  • Dass Orcas genau dieses Organ so sauber heraustrennen, zeigt eine bemerkenswerte Kombination aus Erfahrung, Lernfähigkeit und Präzision.

Einordnung und aktuelle Forschung

  • Fachleute sehen Orcas als „Top-Predator der Top-Predatoren“: Sie sind derzeit die einzigen bekannten natürlichen Feinde erwachsener Weißer Haie.
  • Die Häufigkeit solcher Jagden könnte zunehmen oder zumindest sichtbarer werden, weil mehr Beobachtungen, Kameras und Studien existieren.
  • 2025 veröffentlichte Studien und Berichte betonen, dass diese Jagdtechnik wahrscheinlich nur von einigen spezialisierten Pods beherrscht wird und nicht für alle Orcas typisch ist.

Kurz-TL;DR: Orcas jagen Weiße Haie, indem sie sie im Team attackieren, sie gezielt auf den Rücken drehen, die dadurch gelähmten Haie kontrolliert halten und ihnen dann effizient die extrem energiereiche Leber herausbeißen.

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