Legionellen entstehen, wenn sich bestimmte Wasserbakterien (Legionella) in warmem, stagnierendem Wasser und auf Oberflächen mit Biofilm stark vermehren, etwa in Leitungen, Speichern oder technischen Wasseranlagen. Sie kommen ursprünglich in geringen Mengen in natürlichen Gewässern vor und gelangen von dort in Trinkwasserinstallationen, wo sie unter günstigen Bedingungen problematisch werden.

Was Legionellen sind

Legionellen sind gramnegative Wasserbakterien, die natürlich in Flüssen, Seen und feuchten Böden vorkommen. In dieser Umgebung sind sie normalerweise harmlos, können aber in künstlichen Wassersystemen hohe Konzentrationen erreichen und dann Krankheiten wie die Legionärskrankheit auslösen.

Grundvoraussetzungen für ihre Entstehung

Damit Legionellen sich stark vermehren, müssen mehrere Bedingungen zusammenkommen.

  • Wassertemperaturen etwa zwischen 20 und 50 °C, optimal um 35 °C.
  • Längere Stagnation: Wasser steht in Leitungen oder Behältern und wird selten durchflossen.
  • Zu wenig oder kein Desinfektionsmittel (z. B. zu wenig Chlor im System).
  • Nährstoffe durch Ablagerungen, Rost, Gummi- oder Kunststoffmaterialien in den Leitungen.

Rolle von Biofilm und Mikroorganismen

Legionellen nutzen andere Mikroorganismen und Schleimschichten als „Schutzraum“.

  • Sie siedeln sich in Biofilmen an – das sind schleimige Beläge aus Bakterien und Pilzen an Innenwänden von Rohren und Tanks.
  • Sie können in frei lebenden Einzellern (Protozoen, z. B. Amöben) leben und sich darin vermehren, was sie vor Hitze und Desinfektion zusätzlich schützt.

Typische Entstehungsorte im Alltag

Problematisch sind vor allem technische Wassersysteme, in denen die oben genannten Bedingungen häufig vorliegen.

  • Warmwasserleitungen, Boiler, Speicher mit lauwarmem oder unzureichend erhitztem Wasser.
  • Duschen, Whirlpools, Springbrunnen, Autowaschanlagen und Luftbefeuchter, die Aerosole erzeugen.
  • Kühltürme und große Klimaanlagen, in denen warmes Wasser umgewälzt wird.

Wie daraus eine Infektion wird

Die Bakterien „entstehen“ nicht neu, sondern vermehren sich massiv und können dann eingeatmet werden.

  • Beim Duschen, in Whirlpools oder vor Kühltürmen entstehen feine Wassertröpfchen (Aerosole), die Legionellen enthalten können.
  • Gelangen diese Tröpfchen tief in die Lunge, können die Bakterien Lungenzellen befallen und dort in Fresszellen (Makrophagen) weiterwachsen.

Wichtige Vorbeugungsmaßnahmen (Kurzüberblick)

Um zu verhindern, dass Legionellen überhaupt in gefährliche Konzentrationen „entstehen“, kommt es auf konsequente Wartung der Wasseranlagen an.

  • Warmwasser am Austritt aus dem Speicher ausreichend heiß halten (typischerweise ≥ 60 °C) und Kaltwasser kühl.
  • Leitungen regelmäßig durchspülen, Stagnation vermeiden und tote Leitungsabschnitte abbauen.
  • Anlagen wie Kühltürme, Whirlpools und große Trinkwassersysteme regelmäßig reinigen, entkalken und desinfizieren.

TL;DR: Legionellen „entstehen“ nicht plötzlich, sondern vermehren sich in warmem, langsam fließendem oder stehendem Wasser mit Biofilm, zu wenig Desinfektion und genügend Nährstoffen – besonders in künstlichen Wassersystemen wie Leitungen, Speichern und Kühltürmen.

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