wie funktioniert eine stammzellenspende

Eine Stammzellenspende funktioniert in mehreren Schritten: Zuerst registrierst du dich als Spender:in, dann wirst du bei einem passenden „Match“ medizinisch durchgecheckt, und schließlich werden dir die Stammzellen meist aus dem Blut, seltener aus dem Knochenmark, entnommen, um sie einer Patientin oder einem Patienten (z.B. mit Blutkrebs) zu übertragen.
Was ist eine Stammzellenspende?
Bei einer Stammzellenspende spendest du blutbildende Stammzellen, also Zellen, aus denen sich rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen bilden.
Diese Stammzellen werden einer erkrankten Person übertragen, deren eigenes Knochenmark z.B. durch Leukämie oder eine Hochdosis-Chemotherapie zerstört oder stark geschädigt ist.
Wichtige Punkte:
- Ziel ist es, das blutbildende System der erkrankten Person neu aufzubauen.
- Entscheidend ist ein möglichst genaues „Match“ der Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) zwischen Spender:in und Patient:in.
Schritt 1: Registrierung als Spender:in
Bevor du überhaupt spendest, musst du dich in einer Spenderdatei registrieren lassen.
Typischer Ablauf:
- Online-Registrierung bei einer Stammzellspenderdatei (z.B. DKMS oder nationale Register).
- Du bekommst ein Set für einen Wangenabstrich zugeschickt, machst zu Hause einen Schleimhautabstrich und schickst ihn zurück.
- Im Labor werden deine Gewebemerkmale bestimmt („Typisierung“) und verschlüsselt in einer weltweiten Datenbank gespeichert.
Du hörst danach oft lange nichts – manche werden nie, andere erst nach Jahren als passender Spender angefragt.
Schritt 2: Wenn du ein Match bist
Wenn deine Merkmale sehr gut zu denen eines Patienten passen, wirst du kontaktiert.
Dann folgt:
- Bestätigungstypisierung: Es wird eine zusätzliche Blutprobe genommen, um die Gewebemerkmale zu bestätigen.
- Ausführliche medizinische Untersuchung: Blutwerte, EKG, ggf. Ultraschall, weitere Checks, um sicherzustellen, dass du gesund bist und die Spende für dich ungefährlich ist.
- Aufklärungsgespräch: Ärzt:innen erklären dir genau Ablauf, mögliche Risiken und Nebenwirkungen.
- Schriftliche Einwilligung: Erst wenn du ausdrücklich zustimmst, geht es weiter.
Deine Gesundheit steht dabei offiziell an erster Stelle; bist du nicht fit, wird keine Spende gemacht.
Zwei Arten der Stammzellenspende
Es gibt zwei etablierte Verfahren:
- Blutstammzellspende (periphere Stammzellspende) – ca. 90% der Fälle
- Knochenmarkspende – ca. 10% der Fälle
Beide Verfahren dienen demselben Ziel, unterscheiden sich aber in der Durchführung.
Periphere Stammzellenspende (aus dem Blut)
Das ist heute die Standardmethode.
Vorbereitung mit G-CSF
Über mehrere Tage bekommst du ein Medikament mit dem Wachstumsfaktor G‑CSF.
- Dauer: meist 4–5 Tage, einmal oder zweimal täglich als Spritze unter die Haut.
- Wirkung: Dieser körpereigene Wachstumsfaktor sorgt dafür, dass mehr Stammzellen im Knochenmark produziert und ins Blut ausgeschwemmt werden.
Mögliche kurzzeitige Nebenwirkungen sind z.B. Kopf‑, Knochen- oder Muskelschmerzen, grippeähnliches Gefühl; sie verschwinden in der Regel nach Ende der Behandlung wieder.
Der Spendetag: Apherese
Am Tag der Spende läuft die eigentliche Entnahme ab wie eine besondere Form der Blutspende.
So funktioniert es:
- Du machst einen kurzen Gesundheitscheck, oft inkl. Blutuntersuchung.
- Du bekommst zwei venöse Zugänge in die Armvenen gelegt.
- Dein Blut fließt aus einem Arm in ein Apherese-Gerät (Zellseparator).
- Das Gerät filtert die Stammzellen heraus und sammelt sie in einem Beutel.
- Das übrige Blut wird dir über den anderen Arm zurückgegeben.
Wichtige Fakten:
- Dauer: meist 3 bis höchstens 5 Stunden.
- Die Spende ist ambulant; du kannst in der Regel am gleichen Tag wieder nach Hause gehen.
- Nur selten ist ein zweiter Entnahmetag nötig, falls noch nicht genug Stammzellen gesammelt wurden.
Nach der Spende können leichte Müdigkeit oder Kreislaufbeschwerden auftreten, die sich normalerweise rasch geben.
Knochenmarkspende (aus dem Beckenknochen)
Dieses Verfahren wird seltener eingesetzt, ist aber weiterhin wichtig – vor allem bei bestimmten Erkrankungen oder Patientengruppen.
Ablauf der Knochenmarkspende
Hier werden Stammzellen direkt aus dem Beckenknochen entnommen.
- Die Entnahme erfolgt im OP unter Vollnarkose.
- Ärzt:innen stechen mit hohlen Spezialnadeln mehrfach in die Beckenkämme und entnehmen dort Knochenmark-Blut-Gemisch.
- Für dich bedeutet das einen kurzen stationären Aufenthalt, meist 1–2 Nächte im Krankenhaus.
Typische Punkte:
- Das entnommene Knochenmark wird im Körper innerhalb weniger Wochen wieder nachgebildet.
- Du kannst nach einigen Tagen deinen Alltag wieder aufnehmen, solltest dich aber etwas schonen.
Mögliche Nebenwirkungen sind Schmerzen im Beckenbereich, Wundschmerz, vorübergehende Müdigkeit oder Narkoserisiken – vergleichbar mit anderen kleineren Operationen.
Was passiert mit den Stammzellen?
Die gewonnenen Stammzellen werden aufbereitet und meist noch am selben oder nächsten Tag der Patientin oder dem Patienten übertragen.
- Für die erkrankte Person läuft dies ähnlich wie eine Bluttransfusion.
- Die Stammzellen wandern in deren Knochenmark und beginnen dort, neue Blutzellen zu bilden.
- Dieser Prozess dauert einige Wochen; in dieser Zeit ist das Immunsystem der Empfängerin oder des Empfängers sehr schwach, weshalb sie/er isoliert und engmaschig überwacht wird.
Wenn alles gut läuft, baut sich ein neues, gesundes blutbildendes System auf – deshalb spricht man oft von einer „zweiten Chance auf Leben“.
Risiken und Nebenwirkungen für Spender:innen
Insgesamt gilt die Stammzellenspende als gut erprobt und sicher, dennoch gibt es – wie bei jeder medizinischen Maßnahme – Risiken.
Typisch sind:
- Periphere Spende: vorübergehende Knochen- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit durch G‑CSF und den Spendetag.
- Knochenmarkspende: Wundschmerzen im Becken, Blutergüsse, temporäre Einschränkung bei Bewegung, allgemeine Narkoserisiken.
- Langfristige Schäden sind nach heutigem Stand sehr selten; die Sicherheit wird in Studien und Registern laufend überwacht.
Vor jeder Spende wird individuell geprüft, ob das Risiko für dich vertretbar ist.
Häufige Fragen aus Foren & Alltag
In Foren und Communitys tauchen immer wieder ähnliche Fragen zur Stammzellenspende auf.
„Tut das weh?“
– Periphere Spende: eher wie eine längere Blutspende plus eventuelle G‑CSF- Nebenwirkungen.– Knochenmarkspende: OP-Schmerzen, aber gut mit Schmerzmitteln behandelbar, meist nach einigen Tagen deutlich besser.
„Bin ich danach eingeschränkt?“
– Viele gehen nach einer peripheren Spende bald wieder ihrem Alltag nach.– Nach Knochenmarkspende solltest du dich ein paar Tage ausruhen und körperliche Höchstbelastung vermeiden.
„Was ist mit Datenschutz?“
– Deine Daten werden pseudonymisiert gespeichert, oft unter einem Code, sodass deine Identität geschützt ist.
In manchen Registern wird später eine anonyme Kontaktaufnahme zwischen Spender:in und Empfänger:in ermöglicht; in seltenen Fällen kann man sich nach einigen Jahren sogar persönlich kennenlernen, wenn beide Seiten einverstanden sind.
Kurz zusammengefasst (TL;DR)
- Du registrierst dich per Wangenabstrich in einer Spenderdatei.
- Wenn du ein Match bist, folgen eine genaue Untersuchung und ein Aufklärungsgespräch.
- In ca. 90% der Fälle spendest du über eine ambulante Blutstammzellspende nach 4–5 Tagen G‑CSF-Spritzen.
- In rund 10% der Fälle erfolgt eine Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen.
- Die gespendeten Stammzellen ermöglichen es, das blutbildende System eines schwer kranken Menschen neu aufzubauen und können lebensrettend sein.
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