wie kann ich meine elektronische patientenakte einsehen
Du kannst deine elektronische Patientenakte (ePA) auf zwei Hauptwegen einsehen: über die App deiner Krankenkasse (Smartphone oder PC) und indirekt über Arztpraxen mit deiner elektronischen Gesundheitskarte (eGK).
1. Grundprinzip: Was du wissen musst
- Seit Anfang 2025 wird für fast alle gesetzlich Versicherten automatisch eine ePA angelegt, sofern du nicht widersprochen hast.
- Du entscheidest, welche Dokumente gespeichert werden und wer sie sehen darf.
- Du kannst Befunde, Arztbriefe, Medikationspläne und Abrechnungsdaten in deiner ePA einsehen.
Kurz gesagt: Deine ePA ist dein digitaler Gesundheitsordner, den du selbst steuerst.
2. Einsicht per App deiner Krankenkasse
Fast alle Krankenkassen bieten eine eigene ePA‑App (Android/iOS) an; viele inzwischen auch einen Desktop‑Zugang über den Browser.
Typischer Ablauf:
- Suche nach der ePA‑App deiner Krankenkasse
- Beispiele: „AOK Mein Leben“, „TK‑App“, „DAK ePA“, „Barmer eCare“ (je nach Kasse).
- Benutzerkonto einrichten
- E‑Mail-Adresse angeben, Passwort vergeben, Nutzungsbedingungen und Datenschutzhinweise bestätigen.
- Identität bestätigen
- Je nach Kasse z.B. per:
- eGK mit PIN und geeignetem Kartenleser oder NFC‑Smartphone,
- Video‑Ident/Post‑Ident,
- Freischaltcodes der Krankenkasse.
- Je nach Kasse z.B. per:
- App‑Code/Entsperrverfahren festlegen
- Meist 6‑stelliger Code, ggf. zusätzlich Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.
- Danach kannst du:
- Dokumente sehen (Befunde, Arztbriefe, Impfungen – soweit eingetragen).
* Medikationsliste und Abrechnungsdaten einsehen.
* Eigene Dokumente hochladen (eingescannte Arztbriefe, Entlassungsberichte usw.).
3. Einsicht ohne Smartphone: PC, Praxis, Bevollmächtigte
Wenn du kein Smartphone hast oder keine App nutzen willst, hast du trotzdem Möglichkeiten.
- Desktop/Web‑Zugang der Krankenkasse
- Viele Kassen bieten inzwischen einen Login im Browser (z.B. über einen Desktop‑Client oder ein ePA‑Portal).
- In der Arztpraxis mit eGK
- Steckt die Praxis deine eGK ins Lesegerät, erhalten Ärztinnen und Ärzte für 90 Tage Zugriff auf deine ePA, sofern du es nicht untersagst.
* Sie können Dokumente einsehen und neue hochladen (z.B. Befunde, Arztbriefe).
- Über eine bevollmächtigte Person
- Du kannst einer Vertrauensperson Rechte in der ePA‑App geben, damit sie deine Akte mit verwaltet und einsehen kann.
4. Zugriffsrechte & Datenschutz
Die Kontrolle über die Zugriffsrechte liegt bei dir.
- Du kannst in der App festlegen:
- Welche Praxis/Einrichtung auf deine ePA zugreifen darf.
* Auf welche Dokumente eine Einrichtung zugreifen darf.
* Wie lange der Zugriff gilt (Standard sind 90 Tage, anpassbar).
- Jeder Zugriff wird mit Datum und Uhrzeit protokolliert; dieses Protokoll kannst du selbst einsehen und ggf. herunterladen.
Du kannst also jederzeit nachschauen, welche Praxis wann welche Dokumente gesehen oder eingestellt hat.
5. Praktische Schritte für dich – kurz & konkret
- Finde heraus, bei welcher Krankenkasse du versichert bist.
- Besuche die Website deiner Kasse und suche nach „elektronische Patientenakte“ oder „ePA“.
- Lade die dort empfohlene ePA‑App herunter oder nutze – falls vorhanden – den Desktop‑Zugang.
- Registriere dich und durchlaufe das Ident‑Verfahren (Anleitung gibt es meist Schritt für Schritt der Kasse oder in Videos).
- Danach kannst du deine ePA öffnen und deine Gesundheitsdaten ansehen, sortieren und bei Bedarf mit Ärztinnen und Ärzten teilen.
TL;DR:
Du siehst deine elektronische Patientenakte entweder direkt über die ePA‑App
bzw. den Web‑Zugang deiner Krankenkasse oder indirekt über Arztpraxen, wenn
deine eGK eingelesen wird – die Kontrolle über Inhalte und Zugriffe liegt
immer bei dir.
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