Der Adventskranz in der heute üblichen Form gibt es seit dem 19. Jahrhundert, etwa ab den 1830er‑/1840er‑Jahren. Erfunden wurde er vom Hamburger Theologen und Sozialpädagogen Johann Hinrich Wichern, der 1839 in seinem „Rauhen Haus“ für arme Kinder den ersten Adventskranz mit vielen Kerzen aufhängte.

Kurze Antwort

  • Als fester christlicher Brauch existiert der Adventskranz seit ca. 1839 in Deutschland.
  • Die Verbreitung in Kirchen und Haushalten setzte sich vor allem ab dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert durch.

Ursprünge vor dem Adventskranz

Schon lange vor dem christlichen Adventskranz gab es winterliche Bräuche mit grünen Kränzen und Kerzen im germanisch‑nordischen Raum. Sie sollten in der dunklen Jahreszeit Hoffnung auf das wiederkehrende Licht und den Frühling ausdrücken.

Im Mittelalter wurden solche Lichterbräuche von Christen teilweise übernommen und auf die Vorbereitung auf Weihnachten bezogen. Trotzdem war dies noch nicht der Adventskranz mit „vier Kerzen für vier Sonntage“, wie er heute bekannt ist.

Der erste „moderne“ Adventskranz

Johann Hinrich Wichern arbeitete mit armen und verwahrlosten Kindern in Hamburg, die ungeduldig auf Weihnachten warteten. 1839 hängte er ein großes Wagenrad mit Kerzen auf: 24 kleine Kerzen für die Werktage und 4 größere für die Adventssonntage, damit die Kinder das Warten „sehen“ und mitzählen konnten.

Aus praktischen Gründen wurden die vielen Kerzen später reduziert, sodass sich der heute übliche Kranz mit vier Kerzen – eine pro Adventssonntag – durchsetzte. Dieser vereinfachte Kranz fand vor allem ab Ende des 19. Jahrhunderts seinen Weg in Kirchen und private Wohnzimmer.

Verbreitung und heutige Form

Zuerst übernahmen vor allem lutherische Gemeinden in Norddeutschland den Adventskranz, später folgten auch katholische Gemeinden. Spätestens um die 1920er‑Jahre war der Brauch in vielen deutschen Haushalten angekommen und verbreitete sich danach auch international.

Heute gehört der Adventskranz in vielen Ländern Europas und Nordamerikas zur typischen Adventsdekoration, oft mit immergrünem Kranz und vier Kerzen in unterschiedlichen liturgischen Farben. Trotz mancher moderner Varianten bleibt die Grundidee gleich: Das zunehmende Licht der Kerzen symbolisiert das Näherkommen von Weihnachten.