In Minneapolis sind derzeit ungewöhnlich viele ICE-Beamte, weil die US- Regierung unter Präsident Donald Trump dort die größte Einwanderungsrazzia in der Geschichte des Landes gestartet hat.

Kurz erklärt

  • ICE führt in Minneapolis und dem Umland eine groß angelegte Operation („Operation Metro Surge“) durch, offiziell um „Verbrecher, Betrüger und Gangmitglieder“ festzunehmen und abzuschieben.
  • Diese Aktion ist politisch extrem umstritten: Der demokratische Gouverneur Tim Walz und der Bürgermeister Jacob Frey sprechen von einer Art „Besatzung“ und fordern, dass die Bundesbeamten die Stadt verlassen.
  • Hintergrund sind sowohl Wahlkampf- und Machtpolitik gegen „sanctuary jurisdictions“ (Städte, die bei Abschiebungen weniger mitmachen), als auch rechte Kampagnen gegen migrantische Communities – besonders gegen die große somalische Community in Minnesota.

Was genau macht ICE dort?

Offiziell beschreibt das Heimatschutzministerium (DHS) die aktuelle Aktion als „größte DHS-Operation aller Zeiten“ mit dem Ziel, Personen mit schweren Straftaten, Betrugsvorwürfen oder Gangzugehörigkeit festzunehmen.

Tatsächlich berichten lokale Medien und Beobachter aber von Razzien in Wohnhäusern, aggressiven Festnahmen, falschen Festnahmen von US‑Staatsbürgern und Einsätzen ohne Durchsuchungsbefehl.

Ein paar konkrete Punkte:

  • Tausende Bundesbeamte wurden seit Anfang Januar 2026 in den Raum Minneapolis–St. Paul entsandt.
  • ICE dringt laut Berichten frühmorgens in Wohnungen ein, nimmt Menschen fest und bringt sie in Haftzentren außerhalb von Minnesota.
  • Es gibt dokumentierte Fälle, in denen US‑Bürger gewaltsam festgenommen und erst Stunden später nach Nachweis ihrer Staatsbürgerschaft freigelassen wurden.
  • Stadt und Staat haben Informationsseiten und „Know your rights“-Material für Bewohner veröffentlicht, damit diese bei ICE-Kontakt ihre Rechte kennen.

Politischer Hintergrund: Warum gerade Minneapolis?

Minnesota – und speziell die Twin Cities (Minneapolis und Saint Paul) – sind demokratisch geprägt, haben eine große migrantische und vor allem somalische Community und gelten als „sanctuary“-Region, also relativ schutzfreundlich gegenüber Migrant:innen.

Die Trump-Regierung hat solche Regionen explizit ins Visier genommen und mit dem Entzug von Bundesgeldern gedroht, wenn sie nicht stärker mit ICE zusammenarbeiten.

Wichtige Faktoren:

  • Trump hatte Minnesota schon früh als „Problemstaat“ markiert, u. a. wegen der Black‑Lives‑Matter‑Proteste nach dem Mord an George Floyd 2020.
  • Rechte Influencer verbreiteten zuletzt Vorwürfe über angeblichen Sozialleistungsbetrug in somalisch geführten Kitas, woraufhin Bundesbehörden Razzien in Betrieben und Einrichtungen durchführten.
  • Kritiker sehen darin eine gezielte Kampagne gegen Minderheiten und „blaue“ (demokratische) Städte, um politisch Stärke zu demonstrieren und die eigene Wählerschaft zu mobilisieren.

Warum ist das jetzt so groß in den Nachrichten?

Die Lage ist eskaliert, weil ICE‑Beamte in mehreren Fällen Menschen tödlich angeschossen haben, darunter auch Personen, die nicht Ziel einer Ermittlung waren.

Ein prominenter Fall ist die Tötung der Dichterin Renee Nicole Good in ihrem Auto; DHS behauptet, sie habe versucht, einen Beamten zu überfahren, während Gouverneur und Bürgermeister diese Darstellung entschieden zurückweisen.

Aktuelle Entwicklungen:

  • Nach einem weiteren tödlichen Schuss auf die Pflegekraft Alex Pretti hat Gouverneur Walz öffentlich gefordert, dass ICE seine Agenten aus Minnesota abzieht.
  • In Minneapolis gibt es regelmäßig Demonstrationen, „Geräuschproteste“ vor Hotels, in denen ICE untergebracht sein soll, sowie Massenstreiks, bei denen dutzende Geschäfte schließen.
  • Lokale Behörden haben erklärt, dass sie weiterhin keine kommunalen Ressourcen (z. B. städtische Gebäude) für ICE‑Operationen zur Verfügung stellen.

Wie wird das in Foren diskutiert?

In Foren wie Reddit beschreiben Nutzer:innen das Geschehen als Mischung aus Einschüchterungsaktion, politischer Machtdemonstration und möglichem „Racheakt“ für frühere Proteste in Minnesota.

Oft liest man die These, dass die Bundesregierung gezielt Städte wie Minneapolis auswählt, um „urbane, diverse“ Regionen gegenüber „guten ländlichen Amerikanern“ zu dämonisieren und autoritäre Maßnahmen zu normalisieren.

Typische Sichtweisen in Diskussionen:

  • „Law and order“-Argument: ICE sei nötig, um Kriminelle festzunehmen und Ordnung herzustellen.
  • Bürgerrechts‑Perspektive: Die Operation verletze Grundrechte, fühle sich wie eine Besatzung an und treffe vor allem unbescholtene Menschen und Minderheiten.
  • Politische Analyse: Minnesota werde als exemplarisches Ziel genutzt, um ein Exempel zu statuieren und andere „widerspenstige“ Städte einzuschüchtern.

TL;DR

ICE ist in Minneapolis, weil die Trump-Regierung dort eine riesige, politisch motivierte Einwanderungsoperation („Operation Metro Surge“) durchführt, offiziell gegen „Kriminelle“, praktisch aber mit massiven Eingriffen in Bürgerrechte, Todesfällen, starken lokalen Protesten und einem offenen Konflikt mit der Stadt- und Staatsregierung.

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