warum sagt man zwischen den jahren
Man sagt „zwischen den Jahren“, weil dieser Zeitraum historisch tatsächlich als eine Art Schwebezeit zwischen altem und neuem Jahr galt, bevor der Jahresbeginn einheitlich auf den 1. Januar gelegt wurde. Heute meint man damit meist die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, in denen das normale Alltagsleben gefühlt pausiert.
Was bedeutet „zwischen den Jahren“?
- Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet die Redewendung in Deutschland meist die Tage vom 25. Dezember bis zum 31. Dezember, manchmal auch bis zum 1. oder 6. Januar.
- Gemeint ist eine Übergangszeit , in der viele frei haben, Büros geschlossen sind und das neue Jahr schon „vor der Tür steht“, aber noch nicht begonnen hat.
Historischer Ursprung
- Im Mittelalter begann das Jahr je nach Region an unterschiedlichen Tagen: etwa am 25. Dezember, am 1. Januar, am 6. Januar (Dreikönigstag) oder sogar am 25. März (Mariä Verkündigung).
- Zwischen Weihnachten und dem jeweils anderen Jahresanfang gab es dadurch eine Phase, die nicht klar dem alten oder neuen Jahr zugeordnet war – diese „zeitlose“ Spanne nannte man zwischen den Jahren.
Kalenderreform und Kirche
- Mit der gregorianischen Kalenderreform setzte Papst Gregor XIII. im 16. Jahrhundert den 1. Januar als verbindlichen Jahresbeginn fest, was die frühere Uneinheitlichkeit beendete.
- Die Redewendung blieb aber im Volksgebrauch erhalten, weil sich die Vorstellung einer besonderen Zwischenzeit rund um Weihnachten und Neujahr tief eingeprägt hatte.
Verbindung zu den Rauhnächten
- Oft wird „zwischen den Jahren“ auch mit den sogenannten Rauhnächten verknüpft, einem zwölfnächtigen Zeitraum etwa zwischen Wintersonnenwende und dem 6. Januar, der als mystische, „außerhalb der Zeit“ stehende Phase galt.
- In dieser Zeit wurden Geisterglauben, Orakelbräuche und Schutzrituale gepflegt, was das Gefühl verstärkte, dass hier eine besondere, nicht ganz „normale“ Zeit liegt.
„Zwischen den Jahren“ heute
- Heute ist die Redewendung allgegenwärtig in Medien, Werbung und Alltagssprache, etwa in Sätzen wie „Hast du zwischen den Jahren Zeit?“ oder „Wir machen zwischen den Jahren Betriebsferien“.
- Gleichzeitig hat sich die Bedeutung etwas verschoben: Neben den historischen Wurzeln steht heute stark das moderne Gefühl von Ruhe, Entschleunigung und einem kleinen „Loch“ zwischen den Kalenderjahren im Vordergrund.
TL;DR: Man sagt „zwischen den Jahren“, weil diese Tage historisch wirklich als unklare Übergangszeit zwischen altem und neuem Jahr galten – eine Erinnerung an frühere, uneinheitliche Jahresanfänge, die sich bis heute in der Sprache gehalten hat.