Die „reinliche Scheidung “ ist ein historischer Begriff aus dem deutschen Sport und hat nichts mit der Ehescheidung zu tun.

Kurz erklärt

Unter „reinliche Scheidung“ versteht man die organisatorische Trennung zwischen Turnern einerseits und den modernen Sportarten wie Fußball andererseits in den Jahren 1923/1924 im damaligen Deutschen Reich.

Vereine durften danach nicht mehr gleichzeitig Mitglied in Turnverbänden und Sportfachverbänden (z.B. Deutscher Fußball-Bund) sein.

Was ist damals genau passiert?

  • Zeitraum: 1923–1924 im Deutschen Reich.
  • Inhalt: Trennung zwischen Turnen und anderen Sportarten (z.B. Fußball).
  • Folge: Viele bisher gemischte Turn- und Sportvereine spalteten sich in zwei Vereine auf.

Beispiel: Aus einem Turn- und Sportverein konnten ein reiner Turnverein und ein eigenständiger Fußballklub entstehen.

Hintergrund und Bedeutung

  • Turnen galt damals als eher traditionell‑nationalistisch geprägt, während Fußball und andere moderne Sportarten als „neuer“ Sport galten.
  • Durch die „reinliche Scheidung“ wurde diese Trennung offiziell und organisatorisch festgeschrieben.
  • Der Begriff betont, dass die Trennung klar und vollständig sein sollte – also eine „saubere“ organisatorische Trennung.

Hat das etwas mit Scheidung im rechtlichen Sinne zu tun?

Nein.
„Scheidung“ im juristischen Sinne bezeichnet die Auflösung einer Ehe, während die „reinliche Scheidung“ eine strukturelle Trennung von Sportorganisationen meint.

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