Ein Femizid ist die Tötung einer Frau oder eines Mädchens, weil sie weiblich ist – also eine Tötung, bei der das Geschlecht des Opfers eine zentrale Rolle spielt.

Kurz erklärt: Was ist Femizid?

  • Femizid bezeichnet Tötungsdelikte an Frauen und Mädchen, bei denen sie gerade aufgrund ihres Geschlechts getötet werden.
  • Es geht nicht um „jede“ Tötung einer Frau, sondern um Fälle, in denen Machtstrukturen, Sexismus und hierarchische Geschlechterverhältnisse eine entscheidende Rolle spielen.
  • Der Begriff soll sichtbar machen, dass diese Taten nicht nur Einzelfälle, sondern Ausdruck von struktureller, geschlechtsbezogener Gewalt sind.

Typische Kontexte von Femiziden

  • Sehr häufig geschieht ein Femizid in bestehenden oder früheren Partnerschaften, etwa wenn ein Partner eine Trennung nicht akzeptiert und aus Besitzdenken tötet.
  • Dazu zählen z.B. sogenannte „Ehrenmorde“, Trennungstötungen, Morde aus Eifersucht oder Besitzanspruch, wenn das Frausein bzw. die Rolle als Frau im Hintergrund der Tat steht.
  • Organisationen wie WHO und UN betonen den Bezug zu geschlechtsbezogener Gewalt und ungleichen Machtverhältnissen, auch wenn es keine weltweit einheitliche Definition gibt.

Warum gibt es den Begriff überhaupt?

  • Der Begriff Femizid soll zeigen, dass Gewalt gegen Frauen nicht zufällig ist, sondern mit gesellschaftlichen Strukturen wie Sexismus, ungleicher Machtverteilung und Rollenbildern zusammenhängt.
  • Durch das „Benennen“ (name it, count it, end it) können Fälle besser statistisch erfasst, politisch diskutiert und gezielte Maßnahmen gegen diese Form von Gewalt entwickelt werden.
  • Manche Expertinnen und Experten unterscheiden außerdem zwischen Femizid (die Tat) und „Feminizid“, wenn es um die Verantwortung des Staates geht, etwa wenn Frauenmorde systematisch nicht aufgeklärt oder verhindert werden.

Kurz-TL;DR:
Femizid = Tötung einer Frau oder eines Mädchens, weil sie weiblich ist, meist eingebettet in sexistische Strukturen, Machtungleichheit und oft in Paarbeziehungen – kein neutraler Begriff, sondern ein politischer und gesellschaftlicher Alarmbegriff.

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