Ein italienischer Wein mit der Bezeichnung Appassimento ist kein eigenes Gebiet oder eine Rebsorte, sondern beschreibt eine besondere Herstellmethode, bei der die Trauben nach der Lese gezielt angetrocknet werden, um Aromen und Zucker zu konzentrieren.

Was bedeutet „Appassimento“?

  • Das Wort stammt von „appassire“ = welken/antrocknen.
  • Die Trauben werden nach der Ernte wochen- bis monatelang auf Gestellen, Matten oder in gut belüfteten Dachböden getrocknet, bevor sie gekeltert werden.
  • Durch das Verdunsten von Wasser steigt die Konzentration von Zucker, Säure und Aromastoffen im Most.

Typischer Effekt: sehr vollmundige Weine mit intensiven Fruchtaromen, höherem Alkoholgehalt und oft einer feinen Restsüße oder wahrgenommenen Süße.

Typische Stilistik und Geschmack

Häufige sensorische Merkmale von Appassimento-Weinen:

  • Kräftige, dunkle Farbe
  • Aromen von reifen bis getrockneten Kirschen, Pflaumen, Rosinen, Feigen
  • Würze: Schokolade, Kaffee, Kräuter, manchmal leicht balsamische Noten
  • Hoher Alkohol (oft 14–16 Vol.-%)
  • Weiches, rundes Mundgefühl, viel Körper und extraktreiche Textur

Solche Weine passen gut zu kräftigen Fleischgerichten, Wild, gereiftem Käse oder einfach als meditativer „Kaminwein“ am Abend.

Herkunft und Beispiele aus Italien

Die Appassimento-Methode ist vor allem in Nordostitalien, in Venetien, verbreitet, wird aber inzwischen in mehreren Regionen eingesetzt.

Typische Vertreter:

  • Amarone della Valpolicella : „König“ der Appassimento-Weine, trocken, sehr kraftvoll, aus getrockneten Trauben (Corvina u. a.).
  • Recioto della Valpolicella : Süßer Appassimento-Rotwein aus derselben Region.
  • Passito-/Passito-Weine aus anderen Regionen (z. B. Süßweine), die ebenfalls getrocknete Trauben nutzen.

Viele moderne Weine tragen einfach „Appassimento“ oder „Leggermente Appassito“ auf dem Etikett, um auf diesen Stil hinzuweisen – oft sind das kräftige, fruchtbetonte Rotweine mit einem runden, zugänglichen Geschmacksbild.

Kurz-FAQ

  • Ist „Appassimento“ eine Qualitätsstufe?
    Nein, es ist eine Methode ; die Qualitätsregeln kommen aus den jeweiligen DOC/DOCG-Gebieten (z. B. Valpolicella).
  • Ist Appassimento immer süß?
    Nein. Es gibt trockene (z. B. Amarone), halbtrockene und süße Weine, je nachdem, wie weit vergoren wird.
  • Woran erkenne ich ihn im Laden?
    Am Wort „Appassimento“, „Passito“ oder Bezeichnungen wie „Leggermente Appassito“ auf dem Etikett; oft mit Hinweisen auf besonders konzentrierte, reife Frucht.

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