Trump erhöht den Druck auf Venezuela vor allem aus einer Mischung aus geopolitischen, wirtschaftlichen und innenpolitischen Motiven, nicht aus einem einzigen klaren Kriegsgrund.

Kurze Einordnung

  • Die USA unter Präsident Trump sehen Venezuela als strategisch wichtigen Punkt im „Hinterhof“ der USA und als Sicherheitsrisiko wegen Drogenhandel und Nähe zu US‑Gegnern.
  • Gleichzeitig spielt Venezuelas riesiger Ölreichtum eine zentrale Rolle, ebenso wie Trumps innenpolitische Inszenierung von Stärke gegenüber „sozialistischen Regimen“.

Offizielle Begründungen der USA

  • Kampf gegen Drogenkartelle: Washington stellt das Vorgehen als Teil eines harten Anti‑Drogen‑Kurses dar und bezeichnet Maduro als „Narco‑Terroristen“.
  • Schutz der regionalen Sicherheit: Die große US‑Truppenpräsenz in der Karibik und vor der venezolanischen Küste wird offiziell mit Stabilität, Schutz der Schifffahrtswege und Eindämmung organisierter Kriminalität begründet.

Inoffizielle Motive und Interessen

  • Öl und Rohstoffe: Venezuela besitzt die größten bekannten Ölreserven der Welt sowie weitere wertvolle Ressourcen; Berichte betonen, dass Trump sich wiederholt vor allem für das Öl interessierte.
  • Neokoloniale Tendenzen: Kritische Analysen sprechen von einer Neuauflage der Monroe‑Doktrin – die USA wollen ihren Einfluss im „westlichen Hemisphäre‑Raum“ (Nord‑ und Südamerika, Karibik) konsolidieren und Ressourcen sowie Territorium stärker kontrollieren.

Militärische Eskalation

  • Schrittweise Verschärfung:
    • massiver Truppen‑ und Flottenaufmarsch in der Region,
    • verdeckte Operationen (CIA‑Aktivitäten im Land),
    • Schließung bzw. Einschränkung des venezolanischen Luftraums durch US‑Anordnungen,
    • Beschlagnahme von Öltankern und Eingriffe in Schiffsverkehr.
  • Ziel: Maximale Erpressung bei minimalem Risiko für US‑Soldaten, indem wirtschaftlicher und militärischer Druck einen Regimewechsel oder einen Putsch von innen auslösen soll.

Innenpolitik und Ideologie

  • „America First“ und Wahlpolitik: Ein harter Kurs gegen ein autoritäres, sozialistisches Regime lässt sich innenpolitisch gut verkaufen, besonders gegenüber konservativen Wählern und Exil‑Gemeinschaften in den USA.
  • Machtkämpfe im Umfeld: Berichte deuten darauf hin, dass Falken wie Marco Rubio Trump zu einer noch aggressiveren Strategie drängen, während pragmatischere Stimmen (z.B. mit Fokus auf Öl‑Deals) eher an Einfluss verloren haben.

Fazit in einfachen Worten

Wenn also gefragt wird „Warum greift Trump Venezuela an?“, dann geht es weniger um einen einzelnen Anlass und mehr um ein Bündel aus:

  • Machtprojektion im eigenen „Hinterhof“,
  • Zugriff auf Öl und andere Ressourcen,
  • innenpolitische Profilierung als starker Mann,
  • ideologischer Kampf gegen ein als illegitim und „narco‑terroristisch“ gebrandetes Regime.

Hinweis: Die Lage ist dynamisch; Eskalation bis hin zu einem offenen Krieg ist politisch umstritten und hängt stark von weiteren Entscheidungen in Washington, Caracas und der Region ab.