Eine Essigmutter ist eine gallertartige, fädige Masse aus lebenden Essigsäurebakterien, die Alkohol mit Hilfe von Sauerstoff in Essigsäure verwandelt – also das „Herzstück“ der traditionellen Essigherstellung.

Was ist eine Essigmutter?

  • Es handelt sich um ein Konglomerat aktiver Essigsäurebakterien (Familie Acetobacteraceae), oft als Essigkahm oder Essigpilz bezeichnet.
  • Optisch wirkt sie glibberig, schleier- oder geleeartig und kann Fäden ziehen oder wie ein „Plättchen“ auf der Oberfläche des Essigs liegen.
  • Sie bildet sich, wenn Wein oder andere leicht alkoholhaltige Flüssigkeiten längere Zeit mit Luft in Kontakt stehen und beginnt, den Alkohol zu Essigsäure zu vergären.

Kurz gesagt: Die Essigmutter ist eine lebende Kultur, die aus Alkohol Essig macht – ähnlich wie ein SCOBY beim Kombucha, nur eben für Essig.

Wie entsteht eine Essigmutter?

  1. Eine alkoholische Flüssigkeit (z.B. Wein, Apfelwein) steht offen oder halb offen und kommt mit Sauerstoff in Berührung.
  1. Essigsäurebakterien aus der Umgebungsluft besiedeln die Oberfläche der Flüssigkeit.
  1. Die Bakterien bauen den Alkohol mithilfe von Sauerstoff zu Essigsäure ab; dabei wächst eine gallertartige Schicht – die Essigmutter.
  1. Mit der Zeit kann die Mutter dicker werden, sich in Schichten ablagern oder in Schlieren und Klumpen im Essig sichtbar sein.

Ist eine Essigmutter gefährlich?

  • Nein, sie gilt als harmlos und ist kein Zeichen von Verderb, sondern eher ein Hinweis auf einen naturbelassenen, „lebendigen“ Essig.
  • Trübungen, Schlieren oder ein „Klumpen“ im Essig sind meist genau diese Essigmutter, keine Schimmelbildung.
  • Sie kann einfach abgeschöpft oder theoretisch sogar mitverzehrt werden; viele Hersteller sehen sie als Qualitätsmerkmal unpasteurisierter Essige.

Achtung: Ein stark stechender, unangenehmer Geruch kann bedeuten, dass der Essig noch nicht vollständig vergoren ist, weil beim Prozess Acetaldehyd entsteht.

Was kann man mit einer Essigmutter machen?

  • Neuen Essig ansetzen: Man gibt die Essigmutter mit etwas Essig in Wein, Apfelsaft mit Alkohol oder andere alkoholhaltige Flüssigkeiten und lässt sie bei Zimmertemperatur mit Luftkontakt arbeiten.
  • Im Essig belassen: Wer naturtrüben Essig mag, lässt sie einfach in der Flasche; sie beeinflusst den Geschmack meist nur positiv mild-sauer.
  • Aufbewahren: Viele lagern ihre Essigmutter wie eine Kultur (ähnlich wie Sauerteig oder Kombucha-SCOBY) in einem Glas mit Essig und setzen damit immer wieder neue Chargen an.

Mini-Überblick im Tabellenformat

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  <thead>
    <tr>
      <th>Frage</th>
      <th>Kurzantwort</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr>
      <td>Was ist eine Essigmutter?</td>
      <td>Gallertartige Masse aus Essigsäurebakterien, die Alkohol zu Essig vergärt.[web:1][web:5][web:9]</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Wie sieht sie aus?</td>
      <td>Trübungen, Schlieren, Klumpen oder ein geleeartiger „Fladen“ im Essig.[web:1][web:5][web:7][web:9]</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Gefährlich oder verdorben?</td>
      <td>Nein, harmlos und oft ein Zeichen für naturbelassenen, nicht pasteurisierten Essig.[web:5][web:7][web:9]</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Wozu gut?</td>
      <td>Zur Herstellung von neuem Essig und als Hinweis auf aktive, lebende Essigkultur.[web:5][web:7][web:9]</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>

TL;DR: Eine Essigmutter ist die lebende Bakterienkultur, die aus Alkohol Essig macht; glibberig, manchmal etwas unappetitlich anzusehen, aber vollkommen harmlos und für naturbelassenen Essig sogar erwünscht.

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