Rote-Hand-Briefe sind offizielle Warn- und Informationsschreiben zu Arzneimitteln , die in Deutschland an Ärzt:innen, Apotheker:innen und andere Fachkreise verschickt werden, wenn es neue oder geänderte Sicherheitsinformationen gibt.

Was genau sind Rote-Hand-Briefe?

  • Es handelt sich um besondere Schreiben von pharmazeutischen Unternehmen an medizinische Fachkreise (z.B. Ärzt:innen, Apotheker:innen).
  • Sie informieren über neu erkannte Arzneimittelrisiken, Qualitätsmängel, Rückrufe oder wichtige Änderungen in der Anwendung.
  • Der Name kommt vom Symbol der roten Hand und dem Hinweis „Wichtige Informationen über ein Arzneimittel“ auf Umschlag und Brief.

Kurz gesagt: Ein Rote-Hand-Brief bedeutet immer „Achtung, wichtige Sicherheitsinfo zu einem Medikament“.

Zweck und Inhalt

  • Ziel ist, die Arzneimittelsicherheit zu verbessern und Patient:innen vor Schaden zu schützen.
  • Typische Inhalte sind:
    • neue schwere Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen
    • neue Kontraindikationen (wer das Medikament nicht mehr bekommen darf)
    • Dosierungsänderungen oder Anwendungseinschränkungen
    • Rückruf bestimmter Chargen bei Qualitätsmängeln
  • Der Brief enthält eine klare Risikobeschreibung und konkrete Handlungsanweisungen (z.B. Therapie umstellen, bestimmte Patientengruppen meiden).

Wer verschickt sie und wie verbindlich sind sie?

  • Verfasser sind die pharmazeutischen Unternehmen, aber immer in enger Abstimmung mit den zuständigen Bundesbehörden (BfArM oder Paul-Ehrlich-Institut).
  • Inhalt und Verteilerkreis werden oft auf europäischer Ebene im Rahmen von Risikobewertungsverfahren festgelegt.
  • Die Informationen gelten als aktueller wissenschaftlicher Kenntnisstand und sind für Fachkreise faktisch verbindlich, weil sie unmittelbar das Verschreibungs- und Abgabeverhalten beeinflussen sollen.

Unterschied zu „normalen“ Informationsbriefen

  • Rote-Hand-Briefe werden genutzt, wenn rasches Handeln nötig ist, etwa wenn sich Therapieentscheidungen sofort ändern müssen.
  • „Informationsbriefe“ ohne rote Hand enthalten ebenfalls wichtige Infos, aber meist ohne unmittelbaren, dringenden Handlungsbedarf.

Was bedeutet das für Patient:innen?

  • Patient:innen bekommen den Brief selbst normalerweise nicht, aber Ärzt:innen und Apotheker:innen sollen darauf reagieren (z.B. Medikamente wechseln, enger überwachen, besonders auf Nebenwirkungen achten).
  • Wenn du hörst, dass es einen Rote-Hand-Brief zu deinem Medikament gab, ist sinnvoll:
    1. Nicht eigenmächtig absetzen.
    2. Arzt oder Ärztin ansprechen und nachfragen, was das konkret für deine Behandlung bedeutet.

TL;DR: Rote-Hand-Briefe sind offizielle Warnbriefe zu Medikamenten für Fachkreise, die auf neue Risiken oder dringende Sicherheitsprobleme hinweisen, damit Behandlungen schnell angepasst und Patient:innen besser geschützt werden.

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