Wir feiern Fasching, weil sich in diesem Fest sehr alte heidnische Bräuche mit christlicher Tradition und moderner Party‑Kultur vermischen.

Kurz erklärt

  • Ursprünglich: Winter vertreiben, böse Geister verscheuchen, den Frühling und die Fruchtbarkeit begrüßen.
  • Später: Letzte Zeit des Schlemmens vor der Fastenzeit (Lent), also „noch mal alles genießen, bevor man verzichtet“.
  • Heute: Bunte „fünfte Jahreszeit“ mit Kostümen, Umzügen, Musik und dem Ausbrechen aus dem Alltag – oft auch mit politischem Spott und viel Humor.

Historische Wurzeln

Schon in vorchristlicher Zeit feierten Menschen am Ende des Winters lärmende Feste, um Dunkelheit und Kälte zu vertreiben und den Frühling herbeizurufen.

Dafür verkleidete man sich mit schaurigen Masken als Dämonen, Hexen oder Tiere und machte viel Lärm mit Glocken, Trommeln und Ratschen, um die „Geister des Winters“ zu verscheuchen.

Mit der Ausbreitung des Christentums wurden diese Bräuche nicht abgeschafft, sondern umgedeutet und zeitlich an die Fastenzeit vor Ostern gekoppelt.

So verschoben sich heidnische Frühlingsrituale nach und nach in ein kirchliches Rahmenprogramm: Fasching als Übergang vom ausgelassenen Feiern zum religiösen Verzicht.

Christlicher Hintergrund

Fasching (bzw. Karneval/Fastnacht) liegt zeitlich direkt vor der Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und bis Ostern dauert.

Früher verzichteten viele Gläubige in dieser Zeit auf Fleisch, Eier, Milch und opulente Feste – deshalb wurden die Tage davor genutzt, um diese Vorräte aufzuessen und noch einmal richtig zu feiern.

Der Begriff „Karneval“ wird häufig vom Lateinischen „carne vale“ („Fleisch, lebe wohl“) abgeleitet, also als Abschied vom Fleischgenuss vor der Fastenzeit.

„Fastnacht“ wiederum bezieht sich auf die „Nacht vor dem Fasten“ und betont damit den direkten Bezug zur bevorstehenden Phase der Enthaltsamkeit.

Warum wir HEUTE Fasching feiern

Heute steht weniger der religiöse Aspekt im Vordergrund, sondern eher Spaß, Gemeinschaft und Rollenwechsel.

Typische Gründe, warum viele Menschen Fasching mögen:

  • Man darf in eine andere Rolle schlüpfen: Superheld, Prinzessin, Fußballstar, Clown – alles ist erlaubt.
  • Man kann gesellschaftliche Regeln spielerisch auf den Kopf stellen (z.B. „Narren“ regieren symbolisch die Stadt, Politiker werden satirisch aufs Korn genommen).
  • Es ist ein Gemeinschaftserlebnis mit Umzügen, Musik, Tanz und Vereinen, das vor allem in Hochburgen wie Köln eine riesige Bedeutung hat.
  • Für Kinder ist das Verkleiden, Schminken und der „Ausnahmezustand“ einfach etwas Besonderes und sehr Lustiges.

Traditionell war Fasching außerdem eine Art „Ventil“, in dem man für kurze Zeit Normen lockern und Autoritäten karikieren durfte, bevor danach wieder der ernste Alltag und die Fastenzeit begannen.

Regionale Begriffe: Fasching, Karneval, Fastnacht

Inhaltlich geht es um dasselbe Brauchtum, aber:

  • „Karneval“ sagt man vor allem im Rheinland (z.B. Köln, Düsseldorf).
  • „Fasching“ wird eher in Süddeutschland und Österreich verwendet.
  • „Fastnacht“ ist vor allem in Teilen von Baden‑Württemberg, Hessen und der Schweiz üblich, oft mit besonders stark betonten traditionellen Maskenbräuchen.

Alle meinen im Kern die bunte, ausgelassene Zeit vor der Fastenzeit, nur mit regional unterschiedlichen Traditionen, Figuren und Namen.

Kurz-TL;DR:
Wir feiern Fasching, weil sich alte Winter‑Vertreibungs‑Rituale mit der christlichen Idee „noch einmal feiern vor dem Fasten“ verbunden haben – und daraus eine fröhliche, bunte Zeit des Verkleidens, des Aus-der-Rolle-Fallens und des gemeinsamen Feierns geworden ist.

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